Die U.S. Open auf dem traditionsreichen Kurs von Shinnecock Hills entwickelten sich für Sepp Straka nicht wie erhofft. Der 33-jährige Österreicher blieb auf seiner zweiten Runde fünf Schläge über Par und kam nach 36 Löchern lediglich auf sieben über Par. Das reichte nur für Rang 98 und bedeutete das vorzeitige Aus beim dritten Major des Jahres. Damit verpasste Straka auch im zweiten Jahr in Folge den Cut bei den U.S. Open.
Besonders enttäuschend: Bereits vor dem Turnier hatte sich Straka mit seinem Spiel nicht wohlgefühlt. Nach der Runde sprach er offen über seine aktuelle Formkrise.
„Ich bin nicht sehr zufrieden, aber mit dem Spiel war ich schon vor dem Turnier nicht zufrieden. Es fühlt sich ziemlich schwer an zurzeit“, erklärte der Ryder-Cup-Spieler nach seiner Runde. Lediglich auf den Grüns konnte er positive Aspekte erkennen, während ihn vor allem sein langes Spiel im Verlauf der Woche im Stich ließ.
Die Entscheidung fiel letztlich auf den Schlusslöchern. Straka wusste, dass er zum Erreichen des Cuts ein starkes Finish benötigen würde. Ein misslungener Eisenschlag auf der 17, der im Bunker landete, machte jedoch alle Hoffnungen zunichte.
Für den gebürtigen Wiener setzt sich damit eine unerfreuliche Serie bei den Majors fort. Seit Beginn der Saison 2025 gelang ihm bei keinem der vergangenen sieben Major-Auftritte ein Top-40-Ergebnis. Fünfmal musste er bereits nach zwei Runden die Heimreise antreten. Sein bestes Resultat bei den US Open bleibt weiterhin Rang 28 bei seinem Debüt vor sieben Jahren.
Während Straka vorzeitig ausschied, behauptete sich an der Spitze der ehemalige US-Open-Champion Wyndham Clark. Der Amerikaner führte nach zwei Runden mit sieben unter Par. Seine ersten Verfolger waren Landsmann Xander Schauffele und der Engländer Matt Fitzpatrick mit jeweils vier Schlägen Rückstand.
Auch andere prominente Namen mussten überraschend die Segel streichen. Titelverteidiger J.J. Spaun, Bryson DeChambeau und Jon Rahm verpassten ebenfalls den Cut. Dagegen meldete sich Weltranglistenerster Scottie Scheffler mit einer starken 68er-Runde zurück und hielt seine Hoffnungen auf den Karriere-Grand-Slam am Leben. Gemeinsam mit Rory McIlroy lag er vor dem Wochenende sieben Schläge hinter Clark.
Für Straka bietet sich jedoch bereits in wenigen Tagen die nächste Chance auf Wiedergutmachung. Bei der Travelers Championship in Connecticut, dem letzten Signature Event der Saison, geht es um ein Preisgeld von 20 Millionen Dollar. Anders als bei den US Open gibt es dort keinen Cut – eine Gelegenheit, um rasch neues Selbstvertrauen zu tanken.
Vorschau: U.S. Open 2026
Wenn in dieser Woche die U.S. Open im traditionsreichen Shinnecock Hills Golf Club stattfinden, wartet auf die Spieler eine der härtesten Prüfungen im Golfsport. Wind, ondulierte Fairways, schnelle Grüns und die gnadenlose US-Open-Set-up-Philosophie machen den Kurs auf Long Island zu einem echten Klassiker.
Die Faszination der U.S. Open zeigt sich bereits lange vor dem ersten Abschlag. Insgesamt versuchten heuer 10.201 Golfer, sich einen Platz im Feld von Shinnecock Hills zu sichern – nur ein Teilnehmer weniger als beim Rekordwert des Vorjahres mit 10.202 Nennungen. Vom Clubgolfer mit Handicap 0,4 bis zum Tour-Profi träumen Jahr für Jahr tausende Spieler davon, sich über das berüchtigte zweistufige Qualifikationssystem einen Startplatz bei der nationalen Meisterschaft der USA zu sichern. Allein das spült 2 Millionen Dollar an Entry Fee in die Kasse der USGA. Am Ende bleiben lediglich 156 Spieler übrig, die um den Titel der U.S. Open 2026 kämpfen dürfen.
U.S. Open 2026: Straka und die Majors
Aus österreichischer Sicht richtet sich der Fokus einmal mehr auf Sepp Straka. Der Wiener reist als etablierter PGA-Tour-Sieger und Major-Stammgast nach Southampton. Bei den U.S. Open wartet der 18. Platz bei der Ausgabe 2019 in Pebble Beach weiterhin als sein bestes Resultat. Gerade auf einem Platz wie Shinnecock, wo Geduld, Präzision und mentale Stärke oft wichtiger sind als reine Schlagweite, könnte Strakas kontrolliertes Spiel bestens zur Geltung kommen.
Allerdings bilanziert Straka „negativ“ was seine U.S. Open-Resultate betrifft: Bei 5 Starts gelingt nur zwei Mal der Cut.
Die Favoriten der U.S. Open 2026? An erster Stelle steht selbstverständlich die Nummer eins der Welt, Scottie Scheffler. Der Texaner geht als Topfavorit ins Turnier und hat in den vergangenen Monaten eine Konstanz gezeigt, die an die besten Phasen von Tiger Woods erinnert. Sein Spiel vom Tee bis zum Grün gilt derzeit als Maßstab auf der PGA Tour.



Direkt dahinter folgt Rory McIlroy. Der Masters-Sieger hat bei den U.S. Open zuletzt regelmäßig um den Titel mitgespielt und verfügt über die Kreativität und Erfahrung, die auf einem anspruchsvollen Kurs wie Shinnecock Hills gefragt sind.
Zu den engsten Herausforderern zählt auch Jon Rahm. Der Spanier liebt schwierige Bedingungen und besitzt die mentale Stärke, die bei einer U.S. Open oft den Unterschied ausmacht. Ebenfalls auf der Rechnung haben muss man Titelverteidiger und zweifachen Champion Bryson DeChambeau, dessen Power-Golf gerade auf den härtesten Set-ups immer wieder für Erfolge sorgt.
Als Geheimfavorit gilt zudem Ludvig Åberg. Der junge Schwede hat sich in kürzester Zeit in der Weltspitze etabliert und bringt genau jene Mischung aus Länge, Präzision und Gelassenheit mit, die bei Major-Turnieren gefragt ist.
Für den Australier Adam Scott wird die Woche der U.S. Open 2026 zu einem ganz besonderen Meilenstein. Der Masters-Sieger von 2013 bestreitet in Shinnecock Hills sein 100. Major-Turnier in Folge und zieht damit mit einer der bemerkenswertesten Serien der Golfgeschichte gleich. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat Scott kein Major verpasst – ein eindrucksvoller Beleg für seine außergewöhnliche Konstanz und Langlebigkeit auf höchstem Niveau.
Ein Platz mit Geschichte
Shinnecock Hills zählt zu den bedeutendsten Golfanlagen der Welt. Der Club wurde bereits 1891 gegründet und gehört zu den fünf Gründungsmitgliedern der United States Golf Association. Damit ist er einer der ältesten Golfclubs der Vereinigten Staaten.
Die Anlage wurde ursprünglich von Willie Davis entworfen und später mehrfach überarbeitet. Besonders prägend war die Arbeit des legendären Architekten William Flynn, dessen Routing bis heute den Charakter des Platzes bestimmt. Die offenen, baumlosen Spielbahnen erinnern vielerorts an die großen Linksplätze Großbritanniens und machen den Wind zum ständigen Begleiter.

Bereits 1896 wurde hier die zweite U.S. Open der Geschichte ausgetragen. Seither haben zahlreiche Legenden in Shinnecock triumphiert, darunter Raymond Floyd, Corey Pavin, Retief Goosen und Brooks Koepka.
Der Platz gilt als einer der fairsten, aber auch unerbittlichsten Major-Schauplätze der Welt. Wer hier gewinnen will, benötigt nicht nur Länge und Präzision, sondern vor allem Geduld und Nervenstärke. Eigenschaften, die auch Sepp Straka in den vergangenen Jahren immer wieder ausgezeichnet haben.
Für Österreichs Nummer eins bietet sich damit die Chance, sein bislang bestes U.S.-Open-Ergebnis zu übertreffen – auf einem Golfplatz, der seit mehr als 130 Jahren die besten Spieler der Welt herausfordert.

