Die BMW International Open 2026 hat einmal mehr bewiesen, warum sie im Kalender der DP World Tour eine Sonderstellung einnimmt. Im Golfclub München Eichenried traf diese Woche Weltklasse auf Volksfeststimmung. Am Ende stand mit dem Südafrikaner Michael Hollick ein Überraschungssieger, dessen Erfolg exemplarisch für die Unberechenbarkeit des Profigolfs steht. Mit einem extrem starken Finish, einem Eagle auf der 18, hatte er am Ende mit einem Schlag die Nase vorne. Nach schwierigen Jahren auf der Tour feierte er seinen bislang größten Karriereerfolg und sicherte sich neben der Trophäe auch die Siegprämie von rund 460.000 US-Dollar.
Doch die mit einem Preisgeld von insgesamt 3 Millionen Dollar dotierten BMW International Open waren auch in ihrer 37. Auflage weit mehr als ein Turnierbericht in vier Runden. Anders als bei vielen Großveranstaltungen kommen die Zuschauer (in diesem Jahr insgesamt 58.000) hier den Spielern so nah wie kaum irgendwo sonst. Ob auf der Driving Range, am Übungsgrün, beim Pro-Am oder entlang der Fairways: Weltklassegolf lässt sich in München aus nächster Nähe erleben.
BMW Open: internationale Namen, bekannte Gesichter
Diese besondere Atmosphäre wurde von einem hochklassigen Teilnehmerfeld getragen. Mit Patrick Reed, Sergio García, Joaquín Niemann, Marco Penge, Adrian Meronk, Martin Kaymer und weiteren internationalen Topspielern war Eichenried einmal mehr Treffpunkt der Golfelite. Reed präsentierte sich als kompromissloser Wettkämpfer mit seiner bekannten emotionalen Art. García, der Masters Champion von 2017, demonstrierte zumindest phasenweise seine ungebrochene Klasse. Und der Chilene Niemann begeisterte mit seinem dynamischen, offensiven Spiel und landete am Ende auf dem geteilten 7. Platz. Viele Experten sagen ihm eine große Zukunft vorraus.



Eine Brücke zwischen klassischem Turniergolf und der modernen Golfwelt schlug in diesem Jahr YouTube-Golfer Brad Dalke. Er war auf Einladung der Veranstalter an den Start gegangen. Sein Auftritt brachte zusätzliche Aufmerksamkeit weit über die Golfszene hinaus und zeigte, wie selbstverständlich sich Spitzensport und digitale Golf-Community inzwischen ergänzen können.
BMW Open: großes deutsches Teilnehmerfeld
Für die deutschen Fans blieb Martin Kaymer einer der emotionalen Fixpunkte der Woche. Der zweifache Major-Champion genießt seit Jahren Kultstatus. Auch wenn die ganz großen Erfolge inzwischen etwas zurückliegen, wird jeder seiner Schläge mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Es ist ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert der ehemalige Weltranglistenerste im deutschen Golfsport nach wie vor besitzt. Große Unterstützung erhielt auch Matti Schmid. Der 28-Jährige kennt das Turnier seit seiner Kindheit: er stand selbst am Rand der Fairways und beobachtete die Profis. Als Deutschlands Nummer eins reiste der Regensburger inzwischen mit entsprechend hohen Erwartungen an. Der 1,93 Meter-Mann bestätigte erneut, dass er sich auf der DP World Tour etabliert hat, auch wenn es am Ende nur für Platz 23 reichte.


Aber vor allem Thomas Rosenmüller setzte ein Ausrufezeichen. Der 29-jährige Lokalmatador des Golfclubs München Eichenried trotzte dem Druck des Heimturniers. Er spielte sich mit einer konstant starken Leistung auf Rang sechs und war damit bester Deutscher. Gerade vor heimischem Publikum war dieses Ergebnis einer der emotionalen Höhepunkte des Turniers und wurde von den Zuschauern entsprechend gefeiert.

Aus österreichischer Sicht sorgte Bernd Wiesberger für eine der schönsten Geschichten des Wochenendes. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd am dritten Turniertag spielte sich der Burgenländer zurück bei den BMW Open in die Spitzengruppe und beendete das Turnier schließlich auf einem hervorragenden dritten Platz – eine der stärksten Leistungen der gesamten Woche.
Weltklassegolf zum Anfassen
Auch abseits des sportlichen Geschehens zeigte sich, weshalb die BMW Open seit Jahrzehnten eine feste Größe im europäischen Turnierkalender ist. Und das sowohl für die Spieler als auch für die Fans: Kurze Wege, offene Trainingsbereiche, ein schönes Ausstellerdorf, gute Gastronomie, perfekte Organisation und die entspannte Sommeratmosphäre verleihen dem Turnier einen Charakter, der auf der DP World Tour selten geworden ist. Lediglich das traditionelle Hole-in-One-Auto blieb diesmal unangetastet – ein kleines Detail, das dem gelungenen Gesamtbild natürlich keinen Abbruch tat.


Wer möchte, notiert sich gleich das Datum für die nächste Ausgabe: 26. bis 30. Mai 2027.

