Montag, Juni 29, 2026
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PGA Tour stellt sich ab 2028 neu auf

Die PGA Tour steht vor der größten Reform ihrer Geschichte. Ab 2028 soll ein neues Zwei-Serien-Modell mit Auf- und Abstieg, höheren Preisgeldern und einer klareren Saisonstruktur den Wettbewerb neu definieren – und die besten Spieler noch häufiger gegeneinander antreten lassen.

Mit einer der umfassendsten Reformen ihrer Geschichte will die PGA Tour den Profisport grundlegend neu strukturieren. Ab der Saison 2028 wird das bisherige Wettbewerbssystem durch ein zweistufiges Modell ersetzt. Künftig bilden die PGA Tour Championship Series und die PGA Tour Challenger Series das sportliche Rückgrat der Tour. Ziel ist es, den Wettbewerb leistungsorientierter, für Fans leichter verständlich und gleichzeitig spannender zu gestalten.

Die Reform basiert auf den Empfehlungen des Future Competition Committee, das im August 2025 unter der Leitung von Tiger Woods ins Leben gerufen wurde. Dem Gremium gehörten unter anderem Patrick Cantlay, Adam Scott, Maverick McNealy, Camilo Villegas sowie der ehemalige MLB-Manager Theo Epstein als strategischer Berater an. Ihre Aufgabe war es, die Zukunft der PGA Tour nach den turbulenten Jahren im Zuge der Konkurrenz durch LIV Golf neu zu gestalten.

Championship Series als neue Königsklasse

Im Mittelpunkt steht künftig die PGA Tour Championship Series, die als höchste Wettbewerbsebene rund 23 bis 24 Turniere pro Saison umfasst. Dazu zählen die Players Championship, die vier Major Championships, die Saisonfinals sowie Teamwettbewerbe wie Ryder Cup und Presidents Cup. Gespielt wird von Februar bis August.

Sponsoreneinladungen gehören der Vergangenheit an – die Teilnahme erfolgt ausschließlich über sportliche Qualifikation.

Jedes Turnier wird mit mindestens 20 Millionen US-Dollar dotiert. Die Starterfelder umfassen rund 120 Spieler, gespielt werden klassische 72-Loch-Turniere mit Cut nach zwei Runden. Sponsoreneinladungen gehören der Vergangenheit an – die Teilnahme erfolgt ausschließlich über sportliche Qualifikation.

Challenger Series wird Sprungbrett nach oben

Parallel dazu entsteht mit der PGA Tour Challenger Series eine zweite Tour-Ebene. Sie umfasst mindestens 20 Turniere mit Preisgeldern von jeweils mindestens vier Millionen US-Dollar. Die Teilnehmerfelder können bis zu 144 Spieler umfassen und werden ebenfalls im klassischen Zählspielmodus über 72 Löcher mit Cut ausgetragen.

Die Challenger Series soll künftig der wichtigste Weg in die Championship Series werden. Mindestens die besten 20 Spieler der Jahreswertung steigen direkt auf. Wer innerhalb einer Saison zwei Challenger-Turniere gewinnt, erhält sogar sofort die Spielberechtigung für die höchste Kategorie. Auch der Gewinn eines Majors kann künftig einen direkten Aufstieg ermöglichen.

Klare Auf- und Abstiegsregeln

Ein zentrales Element der Reform ist das neue Auf- und Abstiegssystem. Mindestens 90 Spieler behalten nach jeder Saison ihren Status in der Championship Series, während mindestens 20 Profis aus der Challenger Series aufsteigen. Spieler, die ihren Platz verlieren, erhalten im Herbst jedoch noch eine letzte Chance.

In einer neu geschaffenen Last-Chance-Serie, bestehend aus vier bis sechs Turnieren, können sie ihren Status verteidigen oder sich erneut für die Championship Series qualifizieren. Beide Tour-Ebenen erhalten zudem eigene Punktesysteme, wodurch die Wertungen transparenter und leichter nachvollziehbar werden sollen.

Saisonfinale wird ebenfalls modernisiert

Auch die Postseason soll überarbeitet werden. Die PGA Tour arbeitet an einem neuen Saisonfinale, in dem künftig möglicherweise Matchplay-Elemente integriert werden. Zudem soll die Tour Championship nicht länger dauerhaft in East Lake ausgetragen werden, sondern künftig zwischen renommierten Austragungsorten rotieren. Details zum neuen Format und zum Punktesystem will die Tour zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Darüber hinaus sind im Herbst mehrere aufgewertete internationale Turniere geplant, bei denen Topspieler der Championship Series antreten sollen. Diese Veranstaltungen könnten teilweise gemeinsam mit der DP World Tour organisiert werden. Offen bleibt derzeit noch, wie künftig die Qualifikationswege über DP World Tour, Korn Ferry Tour, PGA Tour University oder die Q-School im Detail aussehen werden. Diese Regeln sollen vor Beginn der Saison 2027 festgelegt werden.

Brian Rolapp übernimmt auch das Commissioner-Amt

Mit der sportlichen Neuausrichtung geht auch ein personeller Wechsel an der Spitze der PGA Tour einher. Brian Rolapp übernimmt zum 1. Januar 2027 zusätzlich zum CEO-Posten auch das Amt des Commissioners. Er folgt auf Jay Monahan, dessen zehnjährige Amtszeit Ende 2026 endet.

Rolapp war zuvor viele Jahre in führender Position bei der NFL tätig und verantwortete dort unter anderem Medienrechte, digitale Plattformen und die kommerzielle Entwicklung der Liga. Seine Aufgabe bei der PGA Tour besteht nun darin, das neue Wettbewerbssystem erfolgreich umzusetzen.

„Das Ergebnis ist ein neues Wettbewerbsmodell, das auf Leistung basiert – mit klareren Wegen, höheren Einsätzen und mehr Konstanz“, erklärte Rolapp bei der Vorstellung der Reform.

Rory McIlroy sieht positiven Schritt

Auch Rory McIlroy, der einem Zwei-Serien-Modell zunächst kritisch gegenüberstand, bewertet die nun präsentierten Pläne positiv. Nach Jahren der Unsicherheit infolge der Konkurrenz durch LIV Golf stelle die Reform wieder den sportlichen Wettbewerb und die Fans stärker in den Mittelpunkt.

Auch die Players Championship sind 2028 natürlich im erlauchten Kreis der sogenannten PGA Championship Series zu finden.
Auch die Players Championship sind 2028 natürlich im erlauchten Kreis der sogenannten PGA Championship Series zu finden.

Bis zur Einführung im Jahr 2028 bleiben noch zahlreiche Details offen. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass die PGA Tour mit dem neuen System einen grundlegenden Wandel einleitet. Mehr direkte Duelle der Topstars, klar definierte Auf- und Abstiegsregeln sowie eine transparentere Saisonstruktur sollen den Profisport langfristig attraktiver machen – sowohl für die Spieler als auch für die Fans.

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