Das Warten hat ein Ende: Vom 11. bis 13. September trifft Europas Golfelite beim Solheim Cup 2026 auf die besten Spielerinnen der USA. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs sind die Niederlande Gastgeber. Gespielt wird auf dem Championship Course von Bernardus Golf in Cromvoirt nahe Den Bosch.
Die Ausgangslage verspricht Spannung. Beim bislang letzten Duell 2024 in Virginia holten sich die Amerikanerinnen mit einem 15,5:12,5-Erfolg die Trophäe zurück. Nun besitzt Europa Heimrecht – und will bei der 20. Austragung des Solheim Cups entsprechend Revanche nehmen.
Der von Kyle Phillips entworfene Championship Course von Bernardus Golf gehört zu den spannendsten jüngeren Golfanlagen Europas. Der Heathland-Kurs verbindet ein kompaktes Layout mit strategisch platzierten Wasserhindernissen, großzügigen Grüns und zahlreichen Optionen vom Tee und bei den Annäherungen.
Internationale Turniererfahrung besitzt Bernardus längst. Drei Ausgaben der Dutch Open auf der DP World Tour wurden hier bereits ausgetragen. Nun folgt mit dem Solheim Cup das bislang größte internationale Golfereignis in der noch jungen Geschichte des Resorts.
Nordqvist führt Europa an

Angeführt wird Team Europa von Anna Nordqvist. Die schwedische Major-Siegerin kennt den Wettbewerb wie kaum eine andere: Neunmal stand sie selbst im europäischen Solheim-Cup-Team. Nun trägt sie erstmals als Kapitänin die Verantwortung.
Unterstützt wird Nordqvist von ihren Vize-Kapitäninnen Mel Reid, Caroline Hedwall und Anne van Dam. Die Niederländerin übernimmt zusätzlich die Rolle der europäischen Kapitänin beim PING Junior Solheim Cup, der wenige Tage vor dem großen Duell ebenfalls in Bernardus ausgetragen wird.
Auf der anderen Seite steht Angela Stanford. Die US-Amerikanerin, ebenfalls Major-Siegerin, übernimmt nach drei Einsätzen als Vize-Kapitänin erstmals das Kommando über Team USA. Mit Kristy McPherson, Paula Creamer und Brittany Lang hat sie drei erfahrene Solheim-Cup-Spielerinnen in ihr Führungsteam geholt.
Henseleit trägt die deutschen Hoffnungen
Das europäische Team bietet eine spannende Mischung aus Solheim-Cup-Erfahrung und jungen Spielerinnen. Charley Hull und Esther Henseleit lösten ihr Ticket über die LET-Solheim-Cup-Punkte.

Über die Rolex Women’s World Golf Rankings qualifizierten sich Lottie Woad, Maja Stark, Linn Grant, Céline Boutier, Carlota Ciganda und Nanna Koerstz Madsen.
Ihre vier Captain’s Picks vergab Nordqvist an Leona Maguire, Julia López Ramirez, Nastasia Nadaud und Mimi Rhodes. Während Maguire bereits zu den prägenden Solheim-Cup-Spielerinnen Europas gehört, feiern López Ramirez, Nadaud und Rhodes ihr Debüt im prestigeträchtigsten Teamwettbewerb des Damengolfs.
Aus deutschsprachiger Sicht richten sich die Blicke vor allem auf Esther Henseleit. Die Hamburgerin hat sich längst in der Weltspitze etabliert und bringt zudem Solheim-Cup-Erfahrung aus Virginia mit nach Bernardus, das nur 1,5 Autostunden von der deutschen Grenze bei Düsseldorf entfernt ist.
Korda führt starkes US-Team an

Auch die Titelverteidigerinnen reisen mit einem hochkarätigen Aufgebot in die Niederlande. Über die US-Solheim-Cup-Punkteliste qualifizierten sich Nelly Korda, Angel Yin, Jennifer Kupcho, Yealimi Noh, Auston Kim, Lauren Coughlin und Allisen Corpuz. Andrea Lee und Alison Lee schafften den Sprung ins Team über die Weltrangliste. Kapitänin Stanford komplettierte ihre Mannschaft mit den drei Picks Lindy Duncan, Megan Khang und Rose Zhang.
Damit stehen sich in Bernardus zwei Teams gegenüber, die nicht nur mit Major-Siegerinnen und etablierten Weltklassespielerinnen gespickt sind, sondern auch eine neue Generation ins Rampenlicht bringen.
24 Matches entscheiden über den Cup
Am bewährten Format ändert sich nichts. Über drei Tage werden insgesamt 24 Matches gespielt. Freitag und Samstag stehen jeweils acht Begegnungen in den Formaten Foursomes und Fourballs auf dem Programm. Am Sonntag fällt die Entscheidung in zwölf Einzelmatches.
Für Europa geht es dabei um mehr als nur den Heimvorteil. Nach der Niederlage von Virginia soll der Cup zurück auf den Kontinent. Gleichzeitig könnten die Europäerinnen den historischen Rückstand in der Gesamtbilanz verkürzen. Seit der Premiere 1990 führen die USA mit elf Siegen gegenüber sieben Erfolgen Europas; einmal endete der Solheim Cup unentschieden.
Bernardus ist damit bereit für drei Tage, in denen Weltranglistenpositionen und individuelle Erfolge zumindest vorübergehend in den Hintergrund treten. Beim Solheim Cup zählen Matchplay, Teamgeist, Nervenstärke – und eine Rivalität, die den Damengolf seit mehr als drei Jahrzehnten prägt.

