Samstag, Sep. 5, 2026
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Das letzte Birdie bleibt aus

Das Pint auf der Clubhausterrasse von Aberdovey wird von einem Mann serviert, der sich selbst „Mr. Newcastle“ nennt. Der Barkeeper versteht nicht nur sein Handwerk. Er verfügt offenbar über ein fotografisches Gedächtnis. Jedes Fußballspiel der Premier League seit ihrer Gründung 1993 bis 2016? Ergebnis und Torschützen? Kein Problem. Dazu sämtliche Spiele der Weltmeisterschaft 1990. Wir testen ihn – natürlich auch mit den Spielen der österreichischen Nationalmannschaft. Mr. Newcastle besteht sämtliche Prüfungen mit Bravour. 

Am Abend geht es in die Harbour Kitchen, ein kleines, feines Restaurant im ersten Stock des Britannia Inn, dem beliebtesten Pub in Aberdovey. Besitzer Gary Loveman ist gebürtiger Engländer, Golfer und natürlich Mitglied im Aberdovey Golf Club. Er hat den Ort über die Jahre lieben gelernt und vor kurzem sogar einen eigenen Shop eröffnet.

Auch in seiner Familie dreht sich vieles um Golf. Sein Neffe Oliver Fisher war einst ein sehr aufstrebender englischer Golfprofi und gewann 2011 die Czech Open auf der European Tour. Danach geriet seine Karriere ins Stocken. 

„Oli hatte einige private Probleme, aber er kommt zurück“, ist Gary überzeugt. Doch dann geht es um unsere Abschlussrunde. Gary will die Motivation noch einmal erhöhen: „Wenn einer auf der 1 oder auf der 18 ein Birdie spielt, dann gibt es eine Runde Bier von mir.“

Die Wette steht. Am nächsten Tag ist die Motivation entsprechend groß. Das fast 400 Meter lange Par 4 auf der ersten Bahn bei Gegenwind ist allerdings nicht unbedingt die ideale Gelegenheit für ein Birdie.

Aber die 18 kommt ja noch. Die Runde vergeht viel zu schnell. Wieder geht es durch die Dünen, vorbei an der Küste und entlang der Eisenbahn. Und dann stehen wir tatsächlich am letzten Grün. Die Chance lebt. 

Wie schon am Vortag fallen die beiden Birdie-Versuche aus dieses Mal knapp fünf Metern jedoch nicht. Garys Runde Bier bleibt ungetrunken. Die Enttäuschung darüber hält sich in Grenzen.

Denn inzwischen ist längst etwas anderes wichtiger geworden. Die vergangenen Tage waren eine Mischung aus Golf, Landschaft, Pubs, gutem Essen und Begegnungen, die niemand geplant hatte. Und aus einer Gruppe von Freunden und Freunden von Freunden ist eine Mannschaft geworden, die eine Woche lang gemeinsam unterwegs war.

Am Abend gibt es im Seabreeze-Restaurant frischen Hummer. Ein würdiger Abschluss. Am nächsten Morgen bringt uns Hywel mit dem „Clubhouse on Wheels“ sicher zurück zum Flughafen Manchester. Auf der Hinfahrt war die Vorfreude groß. Jetzt ist es vor allem das Gefühl, dass diese Woche viel zu schnell vergangen ist.

Alle sind sich einig: Dieser Trip wird in Erinnerung bleiben. Nicht wegen der Scorekarten. Sondern wegen der Geschichten, die darauf nicht zu finden sind.

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