Donnerstag, Okt. 15, 2026
StartSportSolheim Cup 2026: Europa holt den Cup zurück

Solheim Cup 2026: Europa holt den Cup zurück

Ein Finaltag voller Emotionen, Comebacks und großer Momente: Europa gewinnt den Solheim Cup 2026 bei Bernardus Golf mit 15:13. Lottie Woad bringt das Team an die Schwelle zum Triumph, Carlota Ciganda macht gegen Jennifer Kupcho alles klar. Und mittendrin glänzen Europas Rookies.

Es passte zu diesem Solheim Cup, dass ausgerechnet Carlota Ciganda den letzten, entscheidenden Schlag setzen durfte. Drei Tage lang hatten sich Europa und die USA bei Bernardus Golf in den Niederlanden ein Duell auf Augenhöhe geliefert. Nach zwei Tagen stand es 8:8. Zwölf Singles mussten entscheiden – und in denen war Europa am Sonntag die stärkere Mannschaft.

Am Ende hieß es 15:13 für Europa. Der Solheim Cup ist zurück in europäischen Händen. Es ist Europas erster Sieg seit 2021, nachdem die Trophäe 2023 verteidigt worden war und die USA sie 2024 zurückerobert hatten. Die offiziellen Turnierunterlagen bezeichnen den Erfolg von Bernardus als Europas ersten „outright victory“ seit 2021.

Europa gibt von Beginn an den Ton an

Kapitänin Anna Nordqvist hatte Charley Hull bewusst in das erste Match geschickt. Die Engländerin rechtfertigte das Vertrauen und besiegte Megan Khang mit 3&2. Danach entwickelte sich ein Finaltag, an dem Europa vor allem in der Breite überzeugte.

Die vollständige Ergebnisübersicht auf Seite 2 des Turnierberichts zeigt die Dimension der europäischen Leistung: Linn Grant schlug Angel Yin deutlich mit 4&3, Nanna Koerstz Madsen besiegte Allisen Corpuz 2&1 und Nastasia Nadaud setzte sich mit 3&2 gegen Andrea Lee durch. Julia López Ramirez gewann ihr Match gegen Yealimi Noh ebenfalls mit 3&2.

Besonders bemerkenswert war dabei Grant. Die Schwedin beendete die Woche mit einer makellosen 4-0-0-Bilanz. Zwei Jahre zuvor war sie in Virginia noch ohne einen einzigen Punkt geblieben. Noch nie zuvor hatte eine Spielerin nach einer punktlosen Solheim-Cup-Teilnahme bei ihrem nächsten Start mindestens vier Punkte geholt.

Nicht alles lief für Europa nach Wunsch. Esther Henseleit, die in den Teamformaten gemeinsam mit Leona Maguire überzeugt hatte, verlor ihr Einzel gegen Alison Lee knapp mit 1 down.

Lee schrieb damit ihrerseits Geschichte und beendete den Solheim Cup mit einer perfekten 4-0-0-Bilanz. Noch bemerkenswerter: Im Einzel lag die Amerikanerin zwischenzeitlich vier Löcher zurück und drehte das Match dennoch. Laut Turnierstatistik war es das größte erfolgreiche Comeback in einem Solheim-Cup-Einzel.

Allein auf weiter Flur: Nelly Korda liefert, aber das ist am Ende zu wenig (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Auch Nelly Korda sorgte noch einmal für einen amerikanischen Punkt. Sie schlug Europas Rookie Mimi Rhodes deutlich mit 4&2. Lauren Coughlin gewann gegen Leona Maguire 2&1, Lindy Duncan setzte sich 3&1 gegen Maja Stark durch und Rose Zhang bezwang Céline Boutier 2 auf.

Doch Europa hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits die entscheidende Ausgangsposition erarbeitet.

Die Rookies werden zu Europas Trumpf

Eine der großen Geschichten dieses Solheim Cups waren Europas Neulinge – und zugleich die Captain’s Picks von Nordqvist. Leona Maguire, Nastasia Nadaud, Julia López Ramirez und Mimi Rhodes, die vier Picks der Kapitänin, kamen gemeinsam auf eine Bilanz von 8 Siegen, 4 Niederlagen und einem Remis. Seit 2013 hatte keine Gruppe europäischer Captain’s Picks mehr eine bessere Erfolgsquote erzielt.

Vor allem Nadaud wurde zu einer der emotionalen Figuren der Woche. Noch wenige Monate zuvor hätte sie nach eigener Aussage nicht einmal daran geglaubt, überhaupt beim Solheim Cup dabei zu sein. Nun verlässt sie Bernardus mit drei Punkten für Europa. „Vor drei oder vier Monaten hätte ich jedem gesagt: auf keinen Fall“, erklärte Nadaud nach ihrem Einzel. Nun drei Punkte für Europa geholt zu haben, sei für sie kaum zu begreifen.

Rookie Nastasia Nadaud feiert ausgelassen (Photo by Maddie Meyer/Getty Images)

Je länger der Nachmittag dauerte, desto näher rückte Europa der magischen Marke. Schließlich war es Lottie Woad, die mit ihrem 2&1-Sieg gegen Auston Kim Europas Punktestand auf 14 erhöhte.

Damit fehlte nur noch ein halber Punkt zum Gewinn des Solheim Cups.

Und auf dem Platz war ausgerechnet jene Spielerin unterwegs, die für solche Momente wie geschaffen scheint: Carlota Ciganda.

Und wieder Ciganda

Die Spanierin traf im vorletzten Match auf Jennifer Kupcho – jene Amerikanerin, die am Samstag mit ihren spektakulären Birdie-Putts auf den Löchern 17 und 18 noch verhindert hatte, dass Europa mit einer Führung in den Finaltag ging.

Am Sonntag ließ Ciganda keine Zweifel aufkommen. Sie besiegte Kupcho mit 4&2 und brachte Europa auf 15 Punkte. Der Solheim Cup war entschieden.

Es war keineswegs das erste Mal, dass Ciganda im entscheidenden Moment zur Stelle war. Bereits 2023 hatte sie den entscheidenden Punkt zur europäischen Titelverteidigung geholt. Nun tat sie es erneut. Damit ist Ciganda erst die zweite Spielerin in der Geschichte des Wettbewerbs, die zweimal den entscheidenden Punkt für ihr Team holte. Vor ihr war dies lediglich Catriona Matthew gelungen – 2003 und 2013.

Cigandas Worte nach dem Triumph erklärten vielleicht besser als jede Statistik, warum sie für Europa so wertvoll ist: „Wir waren die ganze Woche ein großartiges Team.“ Gerade die Rookies hätten dazu beigetragen, dass dies eines der besten europäischen Teams der vergangenen Jahre gewesen sei. „Jeder war Teil einer Einheit, eines Teams. Genau darum geht es bei Europa.“

Nordqvists Plan geht auf

Auch für Captain Anna Nordqvist war der Triumph emotional. Zwei Jahre Vorbereitung, unzählige Entscheidungen und schließlich zwölf Spielerinnen, die am Sonntag genau jene Leistung abriefen, die ihre Kapitänin von ihnen erhofft hatte.

Nordqvist erklärte nach dem Sieg, wie viel Arbeit nicht nur von ihr selbst, sondern vom gesamten Team im Hintergrund in diese Woche geflossen sei. Selbst der Regen am Morgen sei für Europa zu einem guten Omen geworden.

Die Entscheidung, Hull als erste Spielerin hinauszuschicken, sei aufgrund der Statistiken logisch gewesen. Und am hinteren Ende der Aufstellung setzte Nordqvist ganz bewusst auf Ciganda: Die Spanierin habe schließlich schon früher bewiesen, dass sie solche Situationen beherrscht.

US-Kapitänin Angela Stanford erkannte die Leistung des Gegners ohne Umschweife an. Europa habe am Sonntag schlicht großartig gespielt. Ihr eigenes Team habe gekämpft und vieles richtig gemacht – doch die Europäerinnen seien am entscheidenden Tag besser gewesen.


Solheim Cup 2026: Alles offen vor dem großen Finale in Bernadus

Jennifer Kupcho (USA) feiert ihren versenkten 30-Meter-Putt auf Loch 17 (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Was für ein Finish bei Bernardus Golf: Europa dominierte am Samstagvormittag die Foursomes, doch die USA schlugen in den Fourballs zurück. Jennifer Kupcho verwandelte auf den letzten beiden Löchern zwei spektakuläre Birdie-Putts und rettete den Titelverteidigerinnen das 8:8. Damit fällt die Entscheidung im ersten Solheim Cup der Niederlande in den zwölf Singles am Sonntag.

Europa dominiert die Foursomes

Nach dem 4:4 des ersten Tages erwischten die Europäerinnen am Samstag den deutlich besseren Start. Drei der vier Foursomes gingen an das Team von Kapitänin Anna Nordqvist, womit Europa zwischenzeitlich auf 7:5 davonzog.

Besonders bemerkenswert präsentierten sich die beiden Rookies Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud. Mit ihrem 4&3-Erfolg gegen Andrea Lee und Auston Kim wurden sie zum ersten Rookie-Duo in der Geschichte des Solheim Cups, das bei einer Austragung zwei gemeinsame Matches gewinnen konnte. Der 4&3-Sieg stellte gleichzeitig den höchsten Foursome-Erfolg eines Rookie-Duos ein.

Auch Esther Henseleit und Leona Maguire lieferten erneut. Sie besiegten Jennifer Kupcho und Rose Zhang 1 auf. Für Maguire war es bereits der zehnte Sieg ihrer Solheim-Cup-Karriere. Mit einer Bilanz von 10-3-1 benötigte noch keine Spielerin weniger Matches, um die Marke von zehn Siegen zu erreichen.

Henseleit schwärmte anschließend von der Atmosphäre: Die Zuschauer hätten gerade auf den Back Nine entscheidend dabei geholfen, das Momentum zu drehen. „Es war ein Kampf, aber wir hatten trotzdem viel Spaß und haben das Beste daraus gemacht. Es war großartig“, so die Deutsche.

Coughlin und Lee setzen ein Ausrufezeichen

Den einzigen amerikanischen Punkt am Vormittag holten Lauren Coughlin und Alison Lee – dafür allerdings ausgesprochen deutlich. Mit 6&5 besiegten sie Charley Hull und Lottie Woad. Der Erfolg stellte den Rekord für den höchsten Sieg in einem Foursome des Solheim Cups ein und bedeutete gleichzeitig die höchste Niederlage in Hulls bisheriger Solheim-Cup-Karriere.

Mit 6&5 beziehen Charley Hull und Lottie Woad die höchste Niederlage in einem Vierer beim Solheim Cup (Photo by Maddie Meyer/Getty Images)

Coughlin verbesserte ihre persönliche Bilanz auf 5-0-2. Ihre Siegquote von 85,7 Prozent ist laut den Turnierunterlagen die höchste der Solheim-Cup-Geschichte unter Spielerinnen mit mindestens fünf Matches. Lee wiederum stand nach diesem Match bei einer makellosen Bilanz von 3:0 in dieser Woche.

USA schlagen am Nachmittag zurück

Mit einer 7:5-Führung ging Europa in die Fourballs. Doch diesmal waren es die Amerikanerinnen, die sich mit 3:1 durchsetzten.

Yealimi Noh und Andrea Lee holten gegen Charley Hull und Lottie Woad einen wichtigen Punkt. Noh unterstrich dabei ihre enorme Stärke im Fourball: Mit insgesamt 13 Birdies oder besser führt sie diese Statistik des Turniers an, keine andere Spielerin kam nach vier Sessions auf mehr als zehn.

Auch Rose Zhang und Auston Kim punkteten für die USA gegen Nastasia Nadaud und Leona Maguire.

Einen europäischen Punkt holten Maja Stark und Linn Grant, die sich gegen Megan Khang und Lauren Coughlin durchsetzten. Die Schwedinnen bewiesen dabei einmal mehr, wie gut ihre Partnerschaft funktioniert. Stark erklärte anschließend, dass beide genau wüssten, dass die jeweils andere auch in schwierigen Situationen nicht nervös werde – und sich deshalb jede vollkommen auf ihr eigenes Spiel konzentrieren könne.

Zwei unglaubliche Putts verändern den Solheim Cup

Das Drama des Tages spielte sich allerdings im letzten Match ab. Carlota Ciganda und Céline Boutier lagen gegen Jennifer Kupcho und Lindy Duncan mit zwei Löchern zu spielen 1 auf. Europa war damit ganz nahe an einer 9:7-Führung vor den Singles.

Jennifer Kupcho nach dem siegreichen Putt am 18. Loch (Photo by Maddie Meyer/Getty Images)

Dann produzierte Kupcho zwei der spektakulärsten Momente des bisherigen Solheim Cups: Auf der 17 lochte die Amerikanerin einen Birdie-Putt aus unglaublichen 91 Fuß – knapp 28 Metern. Plötzlich war das Match wieder ausgeglichen. Und damit nicht genug: Auf der 18 versenkte Kupcho einen weiteren Birdie-Putt aus rund 20 Fuß, gewann auch das letzte Loch und damit das Match 1 auf. Statt 9:7 für Europa stand es plötzlich 8:8.

Kupcho selbst beschrieb den Monsterputt auf der 17 anschließend beinahe ungläubig. Sie habe den Putt nicht groß gelesen, sondern sich vorgenommen, ihn einfach einmal Richtung Loch zu schicken. „Und dann ging das Ding tatsächlich rein. Das war verrückt.“

US-Kapitänin Angela Stanford brachte die Bedeutung des Moments auf den Punkt: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Sie habe sich bereits mit einem möglichen 7:9 oder 7,5:8,5 beschäftigt – Kupchos Finish habe die gesamte Dynamik verändert.

Team Europe ist schockiert nachdem Jennifer Kupcho das Match gegen ihre Teammates Ciganda/Boutier im Alleingang mit zwei Megaputts noch dreht (Photo by Kate McShane/Getty Images)

Nordqvist konnte ihren Spielerinnen dagegen kaum einen Vorwurf machen: Gegen solche Putts könne man schlicht nichts tun. Entscheidend sei nun, dass beide Mannschaften mit Gleichstand in zwölf Einzel gehen.

Finaltag: Zwölf Singles entscheiden alles

Damit ist für Sonntag alles angerichtet. Zwölf Einzel, zwölf Punkte und ein Ausgangsstand von 8:8. Die Rechnung ist einfach: Europa benötigt 6,5 Punkte, um auf mindestens 14,5 zu kommen und den Solheim Cup zurückzuerobern. Den USA reichen als Titelverteidigerinnen sechs Punkte zum 14:14, um die Trophäe zu behalten.

Die Singles beginnen um 11.10 Uhr. Anna Nordqvist setzt gleich zum Auftakt auf Charley Hull, die gegen Megan Khang spielt. Danach wartet aus deutscher Sicht eines der interessantesten Matches des Tages: Esther Henseleit trifft um 11.22 Uhr auf Alison Lee, die bisher eine der stärksten Amerikanerinnen dieser Woche war.

Weitere Highlights sind Mimi Rhodes gegen Nelly Korda, Leona Maguire gegen Lauren Coughlin sowie die Neuauflage des dramatischen Samstagduells zwischen Carlota Ciganda und Jennifer Kupcho. Ganz am Ende schickt Nordqvist Céline Boutier gegen Rose Zhang ins Rennen. Die kompletten Paarungen sind auf Seite 3 der Turnierunterlagen aufgeführt.

Eine Statistik spricht allerdings für die Amerikanerinnen: Historisch haben die USA die Singles im Solheim Cup mit 122,5 zu 97,5 Punkten klar dominiert. Doch viel dürfte davon am Sonntag keine Rolle spielen. Nach zwei Tagen auf Augenhöhe beginnt der Solheim Cup bei Bernardus Golf praktisch noch einmal von vorne.


Solheim Cup 2026: Europa und USA nach Tag eins gleichauf

Der erste Solheim Cup auf niederländischem Boden hat vom ersten Abschlag weg geliefert. Bei Bernardus Golf in Cromvoirt teilten sich Europa und Titelverteidiger USA am Freitag sowohl die Vormittags- als auch die Nachmittagssession. Damit steht es nach dem ersten Tag 4:4. Erst zum dritten Mal überhaupt gingen die Teams nach der ersten Session mit Gleichstand in den Nachmittag – und erstmals in der Geschichte des Solheim Cups endeten beide Sessions des ersten Tages unentschieden. Zuletzt hatte ein Solheim Cup 2002 nach dem kompletten ersten Tag remis gestanden.

Carlota Ciganda, Team Europe,
Carlota Ciganda, Team Europe, holt am letzten Loch noch einen Punkt (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Maguire schreibt weiter an ihrer Solheim-Cup-Bilanz

Am Vormittag standen vier Foursomes auf dem Programm. Einen wichtigen europäischen Punkt holten Esther Henseleit und Leona Maguire, die Andrea Lee und Lindy Duncan mit 2 auf besiegten. Für Maguire war es ein weiterer Eintrag in ihre bemerkenswerte Solheim-Cup-Statistik: Mit einer Karrierebilanz von nun 9 Siegen, 3 Niederlagen und einem Remis kommt die Irin auf eine Siegquote von 73,1 Prozent – laut Turnierstatistik die höchste einer Europäerin mit mindestens fünf absolvierten Matches.

Auf amerikanischer Seite bauten Nelly Korda und Allisen Corpuz ihre makellose gemeinsame Bilanz aus. Mit ihrem Sieg gegen Charley Hull und Lottie Woad steht das Duo nun bei 5:0. Noch nie zuvor hatte ein Paar beim Solheim Cup fünf Matches in Folge gewonnen. Mit insgesamt fünf gemeinsamen Punkten stellten Korda und Corpuz zudem den Rekord von Laura Davies und Alison Nicholas ein.

Nastasia Nadaud und Mimi Rhodes – das Rookie-Team Europe (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Europa vorne stark, die USA hinten

Auch am Nachmittag blieb das Duell vollkommen offen. Europas Kapitänin Anna Nordqvist hielt dabei teilweise an ihren Paarungen vom Vormittag fest. Sowohl Hull/Woad als auch Céline Boutier/Nanna Koerstz Madsen durften trotz ihrer Foursome-Niederlagen erneut antreten.

Die Statistik zeigt dabei ein interessantes Muster: Auf den ersten neun Löchern war Europa das stärkere Team. Die Europäerinnen gewannen am Freitag insgesamt 21 Löcher auf den Front Nine und verloren 17. Auf den zweiten neun Löchern drehte sich das Bild: Dort entschieden die Amerikanerinnen 19 Löcher für sich und verloren lediglich 13.

Das schlug sich auch in den Ergebnissen nieder. Drei Matches drehten die USA am Freitag nach zwischenzeitlichem Rückstand, Europa gelang dies nur einmal: Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud lagen gegen Allisen Corpuz und Auston Kim nach sechs Löchern 1 down, konnten die Partie aber noch für sich entscheiden.

Ciganda rettet Europa das 4:4

Das große Finale des Tages gehörte jedoch Carlota Ciganda. Gemeinsam mit Julia López Ramirez kämpfte die Spanierin im letzten Fourball gegen Nelly Korda und Lauren Coughlin um den entscheidenden halben Punkt.

Ciganda zeigte dabei genau jene Leidenschaft, für die sie im Solheim Cup bekannt ist. Auf der 16 lochte sie einen wichtigen Eagle-Putt, ehe das Match bis auf das 18. Grün ging. Dort verwandelte die Spanierin aus rund zwölf Fuß zum Par und sicherte Europa das Remis – sowohl im Match als auch in der Gesamtwertung.

„Diesen halben Punkt zu holen, war wichtig. Jetzt steht es 4:4 und wir nehmen gutes Momentum mit in den morgigen Tag“, sagte Ciganda anschließend. Sie liebe diese Woche und das Spiel für das Team, erklärte die Spanierin. Nordqvist hob besonders hervor, wie sehr Ciganda für diesen Wettbewerb lebe und gerade dann ihr bestes Golf hervorbringe, wenn es darauf ankomme.

Alison Lee holt zwei Punkte für die USA

Die erfolgreichste Amerikanerin des Auftakttages war Alison Lee. Sie gewann beide Matches und steuerte damit zwei Punkte zum 4:4 bei. Am Vormittag setzte sie sich gemeinsam mit Lauren Coughlin gegen Boutier und Koerstz Madsen durch, am Nachmittag gelang ihr dasselbe mit Megan Khang als Partnerin.

Team USA: Megan Khang und Alison Lee (Photo by Kate McShane/Getty Images)

Für Lee hatte dieser Tag auch persönlich besondere Bedeutung. Sie sprach anschließend von langen Trainingstagen und schlaflosen Nächten sowie der Herausforderung, gleichzeitig eine möglichst gute Mutter zu sein. Zwei Punkte für die USA auf die Anzeigetafel zu bringen, sei deshalb etwas ganz Besonderes.

US-Kapitänin Angela Stanford zeigte sich entsprechend zufrieden. Ihr Team habe einige der härtesten Schläge Europas ausgehalten und sei immer wieder zurückgekommen. Das 4:4 lässt jedenfalls beide Seiten mit allen Möglichkeiten in den Samstag gehen.

Am Samstag geht das Duell weiter

Der zweite Tag beginnt bei Bernardus bereits um 7.40 Uhr mit vier weiteren Foursomes. Europa schickt zunächst Maja Stark/Linn Grant ins Rennen, gefolgt von Leona Maguire/Esther Henseleit, Mimi Rhodes/Nastasia Nadaud sowie Charley Hull/Lottie Woad. Ab 13.05 Uhr folgen vier Fourballs. Am Sonntag fällt die Entscheidung schließlich in den zwölf Singles.

ÄHNLICHE ARTIKEL

Neueste