Samstag, Sep. 12, 2026
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Solheim Cup 2026: Europa und USA nach Tag eins gleichauf

Dramatischer hätte der Solheim Cup 2026 bei Bernardus Golf kaum beginnen können. Erstmals in der Geschichte endeten sowohl die Foursomes am Vormittag als auch die Fourballs am Nachmittag unentschieden. Nach acht Matches steht es 4:4 – und Carlota Ciganda sorgte auf dem 18. Grün für den emotionalen europäischen Schlusspunkt.

Der erste Solheim Cup auf niederländischem Boden hat vom ersten Abschlag weg geliefert. Bei Bernardus Golf in Cromvoirt teilten sich Europa und Titelverteidiger USA am Freitag sowohl die Vormittags- als auch die Nachmittagssession. Damit steht es nach dem ersten Tag 4:4. Erst zum dritten Mal überhaupt gingen die Teams nach der ersten Session mit Gleichstand in den Nachmittag – und erstmals in der Geschichte des Solheim Cups endeten beide Sessions des ersten Tages unentschieden. Zuletzt hatte ein Solheim Cup 2002 nach dem kompletten ersten Tag remis gestanden.

Maguire schreibt weiter an ihrer Solheim-Cup-Bilanz

Am Vormittag standen vier Foursomes auf dem Programm. Einen wichtigen europäischen Punkt holten Esther Henseleit und Leona Maguire, die Andrea Lee und Lindy Duncan mit 2 auf besiegten. Für Maguire war es ein weiterer Eintrag in ihre bemerkenswerte Solheim-Cup-Statistik: Mit einer Karrierebilanz von nun 9 Siegen, 3 Niederlagen und einem Remis kommt die Irin auf eine Siegquote von 73,1 Prozent – laut Turnierstatistik die höchste einer Europäerin mit mindestens fünf absolvierten Matches.

Auf amerikanischer Seite bauten Nelly Korda und Allisen Corpuz ihre makellose gemeinsame Bilanz aus. Mit ihrem Sieg gegen Charley Hull und Lottie Woad steht das Duo nun bei 5:0. Noch nie zuvor hatte ein Paar beim Solheim Cup fünf Matches in Folge gewonnen. Mit insgesamt fünf gemeinsamen Punkten stellten Korda und Corpuz zudem den Rekord von Laura Davies und Alison Nicholas ein.

Nastasia Nadaud und Mimi Rhodes – das Rookie-Team Europe (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Europa vorne stark, die USA hinten

Auch am Nachmittag blieb das Duell vollkommen offen. Europas Kapitänin Anna Nordqvist hielt dabei teilweise an ihren Paarungen vom Vormittag fest. Sowohl Hull/Woad als auch Céline Boutier/Nanna Koerstz Madsen durften trotz ihrer Foursome-Niederlagen erneut antreten.

Die Statistik zeigt dabei ein interessantes Muster: Auf den ersten neun Löchern war Europa das stärkere Team. Die Europäerinnen gewannen am Freitag insgesamt 21 Löcher auf den Front Nine und verloren 17. Auf den zweiten neun Löchern drehte sich das Bild: Dort entschieden die Amerikanerinnen 19 Löcher für sich und verloren lediglich 13.

Das schlug sich auch in den Ergebnissen nieder. Drei Matches drehten die USA am Freitag nach zwischenzeitlichem Rückstand, Europa gelang dies nur einmal: Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud lagen gegen Allisen Corpuz und Auston Kim nach sechs Löchern 1 down, konnten die Partie aber noch für sich entscheiden.

Ciganda rettet Europa das 4:4

Das große Finale des Tages gehörte jedoch Carlota Ciganda. Gemeinsam mit Julia López Ramirez kämpfte die Spanierin im letzten Fourball gegen Nelly Korda und Lauren Coughlin um den entscheidenden halben Punkt.

Ciganda zeigte dabei genau jene Leidenschaft, für die sie im Solheim Cup bekannt ist. Auf der 16 lochte sie einen wichtigen Eagle-Putt, ehe das Match bis auf das 18. Grün ging. Dort verwandelte die Spanierin aus rund zwölf Fuß zum Par und sicherte Europa das Remis – sowohl im Match als auch in der Gesamtwertung.

„Diesen halben Punkt zu holen, war wichtig. Jetzt steht es 4:4 und wir nehmen gutes Momentum mit in den morgigen Tag“, sagte Ciganda anschließend. Sie liebe diese Woche und das Spiel für das Team, erklärte die Spanierin. Nordqvist hob besonders hervor, wie sehr Ciganda für diesen Wettbewerb lebe und gerade dann ihr bestes Golf hervorbringe, wenn es darauf ankomme.

Alison Lee holt zwei Punkte für die USA

Die erfolgreichste Amerikanerin des Auftakttages war Alison Lee. Sie gewann beide Matches und steuerte damit zwei Punkte zum 4:4 bei. Am Vormittag setzte sie sich gemeinsam mit Lauren Coughlin gegen Boutier und Koerstz Madsen durch, am Nachmittag gelang ihr dasselbe mit Megan Khang als Partnerin.

Team USA: Megan Khang und Alison Lee (Photo by Kate McShane/Getty Images)

Für Lee hatte dieser Tag auch persönlich besondere Bedeutung. Sie sprach anschließend von langen Trainingstagen und schlaflosen Nächten sowie der Herausforderung, gleichzeitig eine möglichst gute Mutter zu sein. Zwei Punkte für die USA auf die Anzeigetafel zu bringen, sei deshalb etwas ganz Besonderes.

US-Kapitänin Angela Stanford zeigte sich entsprechend zufrieden. Ihr Team habe einige der härtesten Schläge Europas ausgehalten und sei immer wieder zurückgekommen. Das 4:4 lässt jedenfalls beide Seiten mit allen Möglichkeiten in den Samstag gehen.

Am Samstag geht das Duell weiter

Der zweite Tag beginnt bei Bernardus bereits um 7.40 Uhr mit vier weiteren Foursomes. Europa schickt zunächst Maja Stark/Linn Grant ins Rennen, gefolgt von Leona Maguire/Esther Henseleit, Mimi Rhodes/Nastasia Nadaud sowie Charley Hull/Lottie Woad. Ab 13.05 Uhr folgen vier Fourballs. Am Sonntag fällt die Entscheidung schließlich in den zwölf Singles.

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