Dienstag, Januar 31, 2023
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RANGE ROVER P530: Bitte weiterfahren

Wir haben das Thema Langstrecke ausgereizt: Entspannt ankommen geht nicht besser. Massagen waren auch dabei.

Man nehme: Vier Personen, urlaubsreif. Eine Prise Destinations-Exotik, so weit vom Mainstream, dass keiner nachfragt. Ein große Portion Range Rover, wir nahmen den Range Rover P530, und viel Zeit. Voilà: Uzès. Das mittelalterliche Städtchen nördlich von Avignon liegt nur 16 Autostunden von zu Hause entfernt. Klingt ein wenig weit, ist aber ein lohnendes Ziel. Die Strecke schmilzt unter dem Range Rover P530 zu einer entspannten Spazierfahrt. Die Luftfederung mit Dynamic Response sorgt für mustergültigen Komfort. Der 4,4- Liter-V8-Biturbo, der 530 oder so Pferdestärken ausliefert, für mächtig Vortrieb.

Dennoch verleitet dieser Muskelprotz niemals zu Dummheiten. Das Wissen um die Möglichkeit, auszubrechen, und ein paar hundert Kilometer deutsche Autobahn reichen. Noble Zurückhaltung ist man dieser Marke auch schuldig. Die Mitglieder der besseren Londoner Gentlemen’s Clubs würden jedwedes Straßenrowdytum mit einer verächtlich hochgezogenen Augenbraue quittieren. Dazu bietet Range Rover P530 die komplette Bandbreite an elektronischen Helferleins, die uns rund 50 Prozent der Arbeit abnehmen: Spurhalten, und ebenso Abstand.

Range Rover P530 mit Hinterachslenkung

Wer sich mit viel Auto durch kleine französische Dörfer bewegt, kommt gewöhnlich rasch an seine Grenzen. Nicht so im neuen Range Rover, der dank der serienmäßigen Hinterachslenkung Manöver ausführen kann, die ein Mini nicht zuwege brächte. Entsprechend souverän hebelten wir vorzimmerenge 90-Grad-Kurven aus. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, fehlt es doch in den meisten Schlössern an ausreichend Wendemöglichkeiten.

RANGE ROVER P530: Bitte weiterfahren

Falls sich dann doch mal ein wenig Müdigkeit einstellt oder eine kleine Verspanntheit im Rücken: Sitzmassage, und wenn es heiß ist, Sitzkühlung.
Im Fond ist üppig Platz, sogar die Sitze lassen sich verstellen. Im vermeintlichen Mittelsitz – zur Not als solcher verwendbar – versteckt sich die Armlehne mit Touchscreen für die Bedienung von Sonnenrollo im Dach, Klimaanlage und Fond Entertainment.
Auch wenn wir kaum in die Verlegenheit gekommen sind, die Offroad- Fähigkeiten zu testen, ist allein das Portfolio an Fahrmodi Beweis genug, was der Range Rover im Fall der Fälle zu leisten im Stande wäre. Für uns war eine Schotterstraße hinunter zum Flüsschen Cèze bei Goudargues Abenteuer genug.

Der Kofferraum des Range Rover P530, der tatsächlich üppig ausfällt, war Uzès-wärts wenig beladen. Ein einsames Golfbag und kleine Köfferchen verloren sich geradezu darin. Am Rückweg klimperten ein paar Kisten Gris (der Rosé der Franzosen) mit ein paar Kisten Cuvée la Garrigue de Bornègre um die Wette, die wir im örtlichen Weingut für kleines Geld erstanden haben.
Im Nachhinein – per Brief – stellt sich heraus, dass wir doch dem Rausch der Geschwindigkeit erlegen und durch die Schweiz gerast sind. Wir werden dafür auch belangt: Sechs km/h zu viel auf der A1 bei St. Gallen schlugen sich mit 60 Franken für 91 km/h zu Buche.

SIMPLY Kurz & bündig

Was er ist und kann:
Das beste SUV bis dato.

Was uns besonders gefällt:.
Besser: Fragen Sie, ob es etwas gibt, das nicht besonders gut gelungen ist.

Was wir gerne hätten: Mehr Zeit, um solche Prachtwerke durch die Gegend zu treiben.

Daten und Fakten

Motor 4,4 Liter, V8-Biturbo, 8-Gang-Automatik, Allrad 

Leistung 530 PS (390 kW) 

Ø Verbrauch 12,8 l / 100 km / 294 g/km 

Preis Basispreis ab € 180.400,– 

Zur Website von Range Rover

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