Hat Mizuno mit dem JPX ONE und seiner einzigartigen Schlagfläche eine neue Ära der Driver-Technologie eingeläutet? In der Geschichte der Driver-Entwicklung wäre es nicht das erste Mal, dass Mizuno die Vorreiterrolle einnimmt und eine technische Revolution beginnt. 1990 brachte das Unternehmen den weltweit ersten Schlägerkopf aus Titan auf den Markt und setzte damit den Grundstein für ein neues Driver-Zeitalter.
Mizunos einzigartige Schlagfläche
Mizuno hat für sein neues Drivermodell die Titanschlagfläche weiterentwickelt. Beim JPX ONE Driver ist sie mit einer besonderen Polymerdispersion beschichtet, dem sogenannten NANOALLOY™. Dieses innovative Material, das Mizuno gemeinsam mit Toray, einem weltweit führenden Hersteller für Hochleistungsmaterialien entwickelt hat, ändert seine Eigenschaften beim Impact. Sobald der Ball auf die Schlagfläche trifft, wird es elastisch und verformt sich tiefer und gleichmäßiger als reines Titan. NANOALLOY™ unterstützt die Schlagfläche, macht sie flexibler, ohne an Stabilität zu verlieren. Dadurch sollen über eine größere Fläche höhere Ballgeschwindigkeiten erzeugt werden, ohne Konstanz- oder Stabilitätsverlust im Treffmoment. Mizuno hat das Material bereits bei Baseball- und Tennisschlägern erfolgreich eingesetzt, um Haltbarkeit und Elastizität zu optimieren und zusätzlich den Trampolin-Effekt zu maximieren.
Mizuno JPX ONE im SimplyGOLF Test
Den JPX ONE Driver gibt es in zwei Versionen. JPX ONE ist das „Allround-Modell“, das mit Lofts von 9, 10.5 und 12 Grad erhältlich ist. Durch die Verstellbarkeit sind Lofts von 7 bis 14 Grad möglich. JPX ONE SELECT ist die Tour-Version mit einem kompakteren Schlägerkopf und neutral bis Fade Bias. Letzterer ist mit den Lofts 9 und 10.5 (7-12) Grad verfügbar. Wir haben für unseren Test das Mizuno JPX ONE Modell und einen Loft von 10.5 Grad gewählt.
Optik, Klang und Gefühl
Optisch präsentiert sich der JPX ONE Driver hochwertig und modern. Der Schlägerkopf kombiniert ein dunkelblaues, glänzendes Finish mit einer blauen Schlagfläche, wodurch sich der Driver klar vom klassischen, gewohnten Schwarz abhebt. Das glänzend dunkelblaue Finish der Krone wirkt edel und elegant und keinesfalls aufdringlich. Die blaue Schlagfläche sorgt für einen besonderen, frischen Akzent, ohne dominant oder verspielt zu wirken. Die Linienführung ist klar und ausgewogen, der Schläger wirkt beim Ansprechen aufgeräumt und vertrauenerweckend. Der Treffmoment ist im Vergleich zu anderen Drivern laut, wir haben dies aber nicht als unangenehm empfunden. Das Schlaggefühl ist satt und direkt mit klarer Rückmeldung über die Trefferlage.
Performance
Der JPX ONE überzeugte in unserem Test durch eine konstante Performance mit minimaler Streuung und sehr guten Ballgeschwindigkeiten. Die Spin-Werte bewegten sich in der optimalen Range und in puncto Länge muss sich der JPX ONE vor den anderen großen Herstellern nicht verstecken. Er erreichte in unserem Test Carry- und Gesamtdistanzen im Bereich etablierter Top-Modelle.
Fazit
Der JPX ONE Driver bietet eine ausgewogene Kombination aus Länge, Konstanz und Fehlerverzeihung und Mizuno zeigt sich 2026 mit dieser Neuentwicklung im Driver-Segment mindestens auf Augenhöhe mit der etablierten Konkurrenz.



Mizuno-Experte sieht deutlich mehr Länge
Unsere Testergebnisse bestätigt auch der langjährige Mizuno Fitting-Experte Sebastian Holzapfel. Holzapfel, als Golflehrer lange Zeit im GC St. Leon-Rot und aktuell im Golfclub Hamburg-Walddörfer tätig, hat die Markteinführung des Mizuno JPX ONE mit großer Spannung erwartet.
„Mit dem Vorgänger ST Max bin ich persönlich nie ganz warm geworden“, verrät er uns. „Er war sehr fehlerverzeihend und richtungsstabil durch den sehr hohen MOI. Der Nachteil war, dass dies zu Lasten der Ballgeschwindigkeit ging.“
Der Mizuno JPX ONE Driver erreicht laut Holzapfel deutlich bessere Weiten: „Meine Tests am Trackman zeigen 4-5 mph mehr Ballspeed und dadurch 11 Meter mehr Gesamtlänge!“
Auch die Optik hat sich seiner Meinung nach zum Vorgängermodell verbessert. „Im Setup steht der JPX ONE jetzt sehr neutral“, erklärt der Fitting-Experte.
Holzapfel hat auch den JPX ONE SELECT unter die Lupe genommen und Unterschiede in der Akustik festgestellt: „Das Core Modell ist ziemlich laut für einen Mizuno Driver, aber nicht unangenehm. Vor allem bei den höheren Lofts ist mir das aufgefallen. Deutlich satter und angenehmer klingt für mich persönlich der JPX ONE SELECT“, berichtet Holzapfel, der auch gleich eine Empfehlung ausspricht: „Der JPX ONE SELECT richtet sich vor allem an Spieler mit einer etwas höheren Schlägerkopfgeschwindigkeit und ist eher „Fade-biased“.“ Durch die vielen Loft-Varianten des Standard-Modells und die SELECT-Option findet er den neuen Mizuno-Driver für sehr viele Spielertypen geeignet.
Holzapfel fasst seine Eindrücke und Testergebnisse wie folgt zusammen:
„Mizuno ist definitiv ein super Driver gelungen! Die bisherige Benchmark war für mich im letzten Jahr der Titleist GT2. Zu diesem hat Mizuno nun auch in Ballspeed und Länge aufgeschlossen – und das Ganze bei mehr Fehlerverzeihbarkeit. Ich hatte beim JPX ONE als schlechtesten Smash Faktor 1.48.“
Sebastian Holzapfel, Teaching Professional und Fitting-Experte

