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RBC Canadian Open: McIlroy holt PGA Tour Titel Nummer 21

Rory McIlroy gewinnt die RBC Canadian Open und überholt damit Greg Norman. So wirft LIV Golf seine Schatten bis nach Kanada.

Sport - Juni 2022 von Carolin Stähler
RBC Canadian Open
Volle Kanne: am Schlusstag der RBC Canadian Open gibt es von Rory McIlroy & Co ein wahres Bestschießen | Foto. golfsupport.nl

Es war als hätten die besten Spieler der Welt in dieser Woche in Kanada einen Gang hochgeschaltet und extra Gas gegeben, um vor begeistertem Publikum der Welt und dem Paralleluniversum in London zu zeigen, wo das beste Golf auf diesem Planeten gespielt wird. Die PGA Tourspieler präsentierten sich von ihrer besten Seite und ließen keine Zweifel aufkommen.

Zunächst sorgte Justin Rose für reichlich Spannung und einen niedrigen Score. Er war nicht seinen ehemaligen Ryder Cup Kollegen Poulter, McDowell, Garcia und Co. und dem großen Geld nach London nachgelaufen, sondern bewegte sich in Kanada vor engagierten und ausgelassen feiernden Fans am Finaltag auf eine 59 zu.

Ein Bogey auf der 18 beendete den Traum von einer Rekordrunde für die Ewigkeit und Rose notierte am Ende „nur“ eine 60, durch die er jedoch bis auf den geteilten 4. Rang in der Gesamtwertung nach vorne marschierte.

Die Plätze eins bis drei machte von Beginn an der letzte Flight des Tages unter sich aus. In der finalen Gruppe kam am Sonntag ein Trio bestehend aus Rory McIlroy, Justin Thomas und Tony Finau zusammen, das die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate mehr zu Partnern als zu Gegnern gemacht hat. Diese Partnerschaft tat dem Spiel gut, denn die drei Verbündeten spielten hochklassiges Golf, allen voran der Mann, der sich in den letzten Monaten zu ihrem Anführer aufgeschwungen hat.

Rory McIlroy legte los wie die Feuerwehr und lag bereits nach zwölf Löchern 8 unter Par und es hätten auch 9 sein können. Ein kleiner Hänger mit zwei Bogeys zwischen den Löchern 13-16 machte die Endphase noch einmal spannend, doch mit zwei abschließenden Birdies – sein direkter Konkurrent Thomas leistete sich parallel zwei Bogeys – tütete McIlroy seine Titelverteidigung ein. Er gewann mit einer 62 und 19 unter Par vor Tony Finau (-17) und Justin Thomas (-15), die beide eine 64er Schlussrunde hinlegten.

Die Menschenmassen rund um das 18. Grün feierten ihren Helden McIlroy frenetisch mit Sprechchören. Die Freunde auf dem Grün umarmten sich und verabredeten sich schon für die nächste Woche zu einem noch geschichtsträchtigeren Turnier.

Es war McIlroys 21. Sieg auf der PGA Tour, und das ließ er die Zuschauer und die gesamte Golfwelt unmittelbar nach seinem Siegputt beim ersten Interview wissen: „Mein 21. PGA Tour Sieg. Einer mehr als jemand anderes. Das hat mich heute noch mehr motiviert.“ Der andere ist Greg Norman, der 20 Titel auf der PGA Tour gewann – in einem anderen Leben, wie es heute scheint. Wie hat sich der Golfsport verändert, wenn ein McIlroy auf der Überholspur Gas gibt, um die Bestmarke von „The Shark“ zu knacken, der mit einem goldenen Vorschlaghammer auf Tradition und Bewährtes und – McIlroy erinnert uns – seine eigene Vergangenheit losgegangen ist.

Die Canadian Open ist eines der traditionsreichsten Golfturniere der Tour. Es wurde zum ersten Mal vor 118 Jahren 1904 ausgetragen und ist nach der Open Championship und der U.S. Open das drittälteste regelmäßig stattfindende Turnier. Apropos U.S Open: Im Country Club in Brookline, Massachusetts, einem der ältesten Golfclubs der Vereinigten Staaten, findet diese Woche die 122. Ausgabe des Majors statt. Hier treffen dann erstmals LIV Golf Teilnehmer und PGA Tour Spieler aufeinander – Spannung und Brisanz garantiert.

Zum finale Leaderbord der RBC Canadian Open

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