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Die blöden langen Par 3

Meist gebaut, um die Länge des Platzes auszureizen, bergen lange Par-3-Löcher oft mehr Schwierigkeiten, als wir uns eingestehen wollen. Logisch betrachtet, ist der Umgang damit klar, dennoch fassen wir die wichtigsten Herangehensweisen nochmals zusammen.

Panorama - April 2018 von Regina Dvorak
Die blöden langen Par 3
27-06-2003 Golf Intenational des Bordes, Type: forest, plain, Architect: Robert von Hage, Saint Laurent-Nouan, France. Hole 8, the shortest hole on the course, par 3

Ganz ehrlich, die Meisten von uns sehen Par-3-Löcher als veritable Chance, um Punkte zu holen. Wenn man sich diverse Statistiken dazu ansieht, sieht es im Endeffekt jedoch meist anders aus. Ganz oft haben wir dann doch nicht so ein einfaches Spiel mit den kurzen Löchern. Im Handicapbereich von 10 bis 19 liegt die Statistik bei fast einem Schlag über Par (3,9), bei Handicaps von mehr als 20 sogar eineinhalb Schläge darüber (4,4). Aber wieso scheint es so schwierig, mit diesen kurzen Löchern umzugehen?

Erstens tendieren Golfplatzarchitekten dazu, genau bei diesen Löchern eine Menge möglicher Schwierigkeiten einzubauen, zweitens fällt es uns Hobbygolfern oft schwer, die mittleren bis langen Eisen konstant gut zu treffen, und drittens gehen wir oft mit den falschen Managementideen an diese Löcher heran. Dazu kommt, dass es eine durchaus herkömmliche Herangehensweise ist, dem Golfkurs durch ein oder zwei lange Par-3-Löcher etwas zusätzliche Platzgesamtlänge und somit ein ideelles Upgrade zu verpassen. Selbst unter den Pros sind die langen Par-3-Löcher nicht sonderlich beliebt, und namhafte Spieler und Architekten wie Sir Nick Faldo zum Beispiel sind bekennende „Länge um der Länge willen“-Gegner.

Was also sind die wichtigsten Herangehensweisen, um das Double-Bogey auf den langen Par-3-Löchern zu vermeiden?

  1. Den Ball auf dem Abschlag perfekt positionieren

Anders als sonst überall auf dem Platz kann der Abschlag perfekt platziert werden. Cool und schlampig hingeworfene Bälle finden deutlich weniger oft den richtigen Weg als „liebevoll“ aufgeteete Bälle (auch wenn das Tee ganz niedrig gesteckt wird). Spin und Flughöhe können je nach Eisen (oder auch Hybrid oder Holz) perfekt variiert und den Bedingungen angepasst werden.

  1. Auf die Dinge fokussieren, die man gut kann

Alles, was man kontrollieren kann, hilft. Sich auf die eigene Routine und das Selbstvertrauen zu konzentrieren macht wesentlich mehr Sinn, als den perfekten Schlag anzustreben, der auch den besten Golfern oft nicht gelingt. Die gelernten Prozesse in schwierigen Situationen einzuhalten macht entspannt und präsent.

  1. Die Fahne Fahne sein lassen

Voller Fokus auf einen leichten zweiten Schlag. Lieber auf der Seite abseits der Fahne fein liegen, als den zweiten Schlag aus dem Bunker, dem Rough oder von einer noch blöderen Position aus schlagen zu müssen. Auch den Stolz beiseite zu lassen und absichtlich vorzulegen, wenn das Green für ein gut spielbares Eisen zu weit weg oder die Landezone schwierig anspielbar ist, ist meist eine gute Strategie. Ein machbarer Chip oder Pitch ist immer eine gute Alternative.

  1. Lieber einen längeren Schlag anzielen als einen zu kurzen

Beim geringsten Fehlschlag bleibt der Ball in neun von zehn Fällen zu kurz. Wird der hintere Green-Bereich angespielt, bleibt immer noch die realistische Chance, dass die Länge final passt. Im schlimmsten Fall wird vom hinteren Green-Rand geputtet – macht auch nichts.

  1. Die Ausnahme zu 4.: Par-3-Löcher, die von hinten nach vorn abfallen

Ein Aufwärts-Putt ist fast immer die einfachere Alternative zu einem endlos lang laufenden Abwärts-Putt.

  1. Wissen ist Macht

Große Bunker und Wasser rundum lassen die Greens oft kleiner aussehen, als sie sind. Lieber das Birdiebuch konsultieren und die effektive Länge nochmals abchecken. Das Green könnte größer und näher sein, als es auf den ersten Blick wirkt.

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