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Tiger-Mania

Tiger-Mania all around. Nicht nur die neue Biografie des Ausnahesportlers sorgt für Aufregung, sondern auch die Preise, die seine Memorabilia erzielen.

Sport - April 2018 von Regina Dvorak
Tiger-Mania
11-03-18 PGA Tour 2018, Valspar Championship, Innisbrook Resort (Copperhead), Palm Harbor, FL, USA. 08-11 MAR. Tiger Woods of United States looks at the putting line on the 18th hole during the final round.

Die Mega-Tiger-Medienrummel rund um die Masters ist vorbei, und dennoch dreht sich weiterhin regelmäßig eine Menge rund um den Ausnahmespieler. Aktuell wurde sein alter Scotty Cameron Putter um unglaubliches Geld versteigert und eine neue Biografie sorgt für Aufregung.

Nicht nur die neue Tiger-Biografie, sondern auch seine Memorabilia stoßen weltweit auf großes Interesse. Green Jacket Auctions, eines der bekanntesten Golf-Auktionshäuser der Welt, machte letzte Woche mit dem 14fachen Majorsieger eine Menge Umsatz. 13 seiner Titel gewann Woods mit dem immer gleich, spezial-gefertigten Scotty Cameron Putter. Cameron baute jedes Jahr ein bis zwei Stück mit den exakt gleichen Spezifikationen als Backup-Schläger, die der Sportler auch regelmäßig testete, um sicherzustellen, dass er sich mit dem Reserve-Putter, im Falle er würde umsteigen müssen, auch sicher fühle. Und genau solch ein Modell, aus 2001, dem Jahr, als er mit den Masters im April den „Tiger-Slam“ beenden konnte, wurde nun für über 44.000 Dollar verkauft. Dazu gab’s ein Zertifikat von Scotty Cameron, das vermerkt „Made for Tiger Woods, GSS Newport II with rare vertical stamping & sight dot“.

Nachdem sich Nike Golf, der langjährige Ausstatter des 42jährigen, aus dem Business zurückgezogen hatte, war für Tiger der Weg frei, seinen Lieblingsschläger wieder zu verwenden. Seiner Putt-Statistik während der Masters (11.Platz) tat es offenbar gut. Der aktuell verkaufte Putter war nicht der erste, der zur Versteigerung kam, bereits 2015 wurde einer der Ersatz-Schläger für 29.000 Dollar verkauft. Nicht überliefert ist, ob der künftige Besitzer den Putter auch spielen wird – es würde jedenfalls wahrscheinlich für große Augen sorgen, den Schläger am ersten Grün irgendwo entspannt aus der Tasche zu ziehen.

Die New York Times rezensierte die Story als „ nahezu zu gleichen Teilen erheiternd, depressiv, geschmacklos und bewegend“, das Wall Street Journal vergab das Etikett „teils Shakespeare, teils Jackie Collins“.

 

Tiger-Mania

Doch nicht nur die Back Up Ausstattung des Sportlers sorgt weltweit für Schlagzeilen. Kurz vor den Masters sorgte eine neue Tiger Woods Biografie bereits bevor Erscheinung für Aufregungen in der Golf-Community. Die Journalisten Jeff Benedict und Amen Keteyian interviewten für das Buch mehr als 400 Quellen und sorgten für gespaltene Meinungen. Die meisten Rezensenten lobten das Buch, der innere Kreis rund um den Golfer war großteils anderer Meinung. Das ambitionierte Portrait beschreibt seinen frühen Werdegang, die komplizierte Beziehung zu seinen Eltern und die vielen Schritte, die zum Scheitern seiner Ehe beigetragen haben teils sehr anschaulich. Die New York Times rezensierte die Story als „ nahezu zu gleichen Teilen erheiternd, depressiv, geschmacklos und bewegend“, das Wall Street Journal vergab das Etikett „teils Shakespeare, teils Jackie Collins“.

Einige der Details der Geschichte wurden freilich schon vor Veröffentlichung in Frage gestellt. So auch einen Teil über eine Golfrunde von Tiger Woods und Bill Clinton. Die Passage portraitierte 18 gemeinsame Löcher im Jahr 2006, während derer Woods sich gegenüber dem Präsidenten äußerst reserviert und respektlos verhalten haben soll. Aus dem Umfeld des ehemaligen Präsidenten kam umgehend nach der Veröffentlichung der Auszüge die Gegendarstellung, dass an den Beschreibungen kaum ein wahres Wort sei. Auch Wood’s Manager, Mark Steinberg und sein Sprecher veröffentlichten sofort Widerlegungen. Nicht nur die präsidiale Golfrunde, sondern auch weitere Details, von außerehelichen Affären bis zu medizinischen Behandlungen, wurden detailliert beanstandet.

Die Authentizität der Stories, ohne dass die beiden Autoren je selbst mit Tiger Woods gesprochen haben, bleibt jedenfalls ein großes Thema, wie auch die Tatsache, dass die Aussagen zwischen den Journalisten und dem Management über mehrere Interview-Anfragen auseinander driften. Sie hätten sehr gerne mit ihm gesprochen und haben sich darum bemüht, meinen Benedict und Keteyian, und als abzusehen war, dass das nicht funktionieren wird haben sie sich auf andere Interviews, aber auch das Buch des Golfers, The 1997 Masters: My Story“ verlassen.

Wie auch immer die Hintergründe liegen, das Buch bleibt jedenfalls eine spannende und vielfältige Lektüre. Aktuell u.a. bei Amazon auf englisch erhältlich.

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