Was Anfang Mai als neues Golfprojekt startete, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer festen Größe für junge Golfer aus Wien. Sechs Spieltage lang kämpften sechs Teams um den Gesamtsieg, vor allem aber entwickelte sich etwas, das Initiator David Jamnig von Anfang an im Sinn hatte: eine junge Golf-Community mit einer Mischung aus sportlichem Wettbewerb, entspannter Atmosphäre und Teamgeist.
Urban Golf League: Sechs Spieltage, ein gemeinsames Ziel
Der Ligamodus war das Herzstück der Urban Golf League. Gespielt wurde auf dem Neun-Loch-Kurs des Marco Polo Golf Clubs, wo Teams aus jeweils drei Stammspielern sowie Ersatzspielern über sechs Spieltage hinweg in unterschiedlichen Formaten um Punkte für die Gesamtwertung kämpften. Erst beim großen Finale fiel die Entscheidung über den Gesamtsieg. Anders als bei klassischen Einzelturnieren zählten nicht einzelne Glanzleistungen, sondern Konstanz und Teamgeist über die gesamte Saison.
Den Premierentitel sicherte sich schließlich Vibecaddy, ein sechsköpfiges Team aus Vorarlberger Studenten. Als Lohn gab es neben dem Pokal einen 1.000-Euro-Gutschein von Golf House. Für einen zusätzlichen Höhepunkt sorgte ein ausgeschriebener Hole-in-One-Preis: Ein Mini Cooper wartete auf den ersten Ass-Schlag. Der Traum vom neuen Auto blieb allerdings unerfüllt.





Mindestens so prägend wie der sportliche Wettbewerb war das Miteinander abseits der Scorekarten. Genau darin scheint einer der größten Erfolgsfaktoren der Urban Golf League zu liegen. Viele Teilnehmer, die überwiegend zwischen Mitte 20 und Anfang 30 alt waren, beschrieben eine Atmosphäre, die man von klassischen Clubturnieren kaum kennt. Über die sechs Spieltage entstanden neue Bekanntschaften und Freundschaften, man vernetzte sich und verbrachte auch nach der Runde gemeinsam Zeit. DJ-Sounds, Drinks rund um das neunte Grün und entspannte After-Golf-Abende sorgten dafür, dass die Liga weit mehr war als eine reine Turnierserie – sie entwickelte sich zu einem sozialen Treffpunkt für eine neue Generation von Golfern.
Urban Golf League: Der Blick geht bereits in die Zukunft
Für Gründer und Organisator David Jamnig zeigt die Premierensaison, dass die Idee funktioniert. Neben seinem Hauptberuf investierte der IT-Consultant viel Zeit und ein Investment im niedrigen fünfstelligen Bereich in den Aufbau der Liga. Dank Partner und Sponsoren konnte dieses finanziell abgesichert werden.

„Wir wollten den Teamgedanken stärken und Golf für ein breiteres Publikum attraktiv machen“, hatte Jamnig bereits vor Saisonbeginn erklärt. Nach dem gelungenen Auftakt richtet sich der Blick nun nach vorne. Zunächst soll die erste Saison im Detail analysiert werden. Dann will der Initiator das Konzept in weiteren österreichischen Bundesländern etablieren, mittelfristig denkt Jamnig auch an Deutschland. Über konkrete Standorte will er erst sprechen, wenn die erste Saison vollständig aufgearbeitet ist.
Der Marco Polo Club: Golf kann auch anders
Der Marco Polo Golf Club in Wien-Floridsdorf erwies sich für den Start als idealer Austragungsort. Mit kurzen neun Löchern verlangt er präzises Spiel und gutes Putten, kurze Verbindungswege sorgen zusätzlich für eine rasche Rundenzeit. Der vergleichsweise junge, unkomplizierte Club steht nicht für elitäres Golf, sondern für eine offene Atmosphäre. Dazu passt auch die erst vor rund einem Jahr eröffnete Stroke-Minigolfanlage, die Club-Teaching-Pro Markus Salzger gemeinsam mit einem Partner entwickelt hat und die in dieser Form österreichweit ihresgleichen sucht.


Ein Wunsch bleibt den Urban Golf League-Organisatoren für die nächste Ausgabe allerdings noch: Während die erste Saison mit einzelnen Ausnahmen fast ausschließlich von Männern bestritten wurde, hofft man auf weibliche Verstärkung. Ein eigenes Damenteam wäre für Jamnig der nächste Schritt, um die Community weiter wachsen zu lassen.

