Royal Birkdale hat bei The Open 2026 seinem Ruf als gnadenloser Major-Schauplatz einmal mehr alle Ehre gemacht. Gluthitze, ausgetrocknete Fairways und enormer Druck verwandelten die Schlussrunde der 154. Open Championship in einen nervlichen Härtetest. Am Ende war es Ryan Fox, der als Einziger die entscheidenden Schläge im richtigen Moment fand.
Der Neuseeländer krönte sich mit einem Birdie auf dem 72. Loch zum Champion Golfer of the Year und schrieb damit zugleich Familiengeschichte. Sein Vater Grant Fox zählt zu den größten Rugby-Spielern Neuseelands, sein Großvater Merv Wallace führte die Cricket-Nationalmannschaft als Kapitän an. Nun trägt auch Ryan Fox einen der bedeutendsten Titel des Weltsports nach Hause: den Claret Jug.
Fox benötigte am letzten Loch genau das, was Champions auszeichnet. Er setzte seinen Drive mehr als 300 Yards auf das Fairway, spielte den Annäherungsschlag bis auf rund dreieinhalb Meter an die Fahne und verwandelte den Birdie-Putt eiskalt. Während Royal Birkdale während The Open 2026 zuvor zahlreiche Titelanwärter verschlungen hatte, blieb der 39-Jährige unbeirrbar.

Young wieder ganz nah dran
Besonders bitter verlief der Sonntag für Cameron Young. Der Amerikaner hatte seine Runde bereits Stunden zuvor beendet und sah lange wie der sichere Sieger aus. Doch ausgerechnet am letzten Loch kostete ihn ein misslungener Angriff auf das Grün den möglichen Triumph. Nach Problemen aus dem Fairwaybunker rettete er zwar noch ein Bogey, doch genau dieser Schlag fehlte später zum Stechen gegen Fox.
Für Young setzt sich damit eine schmerzhafte Serie fort. Wieder spielte er bei einem Major bis ganz nach vorne mit – und wieder fehlte am Ende nur eine Kleinigkeit zum ganz großen Wurf.
Die Favoriten brechen ein
Die Schlussrunde entwickelte sich zu einem Ausscheidungsrennen. Sam Burns verlor seine Führung auf den Back Nine, Kim Si-woo fiel nach starker Vorstellung in der Schlussphase zurück, Tommy Fleetwood musste seinen Traum vom Major-Sieg vor heimischem Publikum erneut verschieben.
Auch Scottie Scheffler schien zwischenzeitlich noch einmal ernsthaft in den Kampf um die Titelverteidigung eingreifen zu können. Mit Birdies auf den letzten Löchern arbeitete sich die Nummer eins der Welt bis auf einen Schlag an die Spitze heran. Doch ein missglücktes Schlussloch kostete jede Chance auf ein Stechen. Trotz eines weiteren Spitzenresultats blieb lediglich Rang vier – ein Ergebnis, das seine beeindruckende Konstanz unterstreicht, aber nicht den eigenen Ansprüchen genügt.


The Open 2026: DeChambeau sorgt weiter für Diskussionen
Bryson DeChambeau blieb auch am Finaltag Gesprächsthema. Nach seiner Zwei-Schlag-Strafe wegen eines Regelverstoßes am Freitag spielte der US-Amerikaner zwar erneut um die Spitzenplätze mit, doch ein Triple-Bogey auf Loch 11 beendete seine Hoffnungen endgültig. Rang 14 bleibt sein bestes Major-Ergebnis des Jahres.
Für die R&A dürfte das durchaus eine Erleichterung gewesen sein. Hätte DeChambeau den Titel nur um einen Schlag verpasst, wäre die Diskussion über die Strafentscheidung wohl noch lange weitergegangen.
McIlroy richtet den Blick nach vorne
Rory McIlroy spielte mit einer 71er-Schlussrunde nur eine Nebenrolle und beendete The Open 2026 bei einem Schlag unter Par. Nach seinem Masters-Triumph blieb ihm der erhoffte Angriff auf den Claret Jug verwehrt.
Für Gesprächsstoff sorgte dennoch seine Aussage zu Bryson DeChambeau. Auf Gerüchte angesprochen, wonach der LIV-Star bei den Irish Open antreten könnte, zeigte sich McIlroy überraschend offen: Ein Spieler wie DeChambeau wäre eine Bereicherung für das Turnier, erklärte der Nordire. Ein bemerkenswerter Tonwechsel nach den kritischen Aussagen der Vortage.
The Open 2026: SimplyGolf-Fazit
Die 154. Open Championship war kein Turnier für den spektakulärsten Golfer, sondern für den nervenstärksten. Während nahezu alle Favoriten irgendwann dem Druck oder den schwierigen Bedingungen nachgaben, blieb Ryan Fox ruhig, aggressiv und präzise. Sein Birdie auf dem letzten Loch war nicht nur der perfekte Abschluss eines dramatischen Sonntags – sondern die logische Belohnung für eine der souveränsten Schlussrunden seiner Karriere.

Österreichs Sepp Straka hatte ein enttäuschendes Wochenende, erneut. Während Ryan Fox sich vom 85. auf den ersten Platz vorarbeitete, tauschte er gewissermaßen die Position mit Straka. Straka lag nach Tag 1 in den Top 20, rutschte jedoch am Ende mit jedem Tag in die unteren Ränge ab.

