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Catalunya Championship: Arnaus (SPA) nach Play-Off-Drama im 7. Himmel

Premierensieg auf der DP World Tour für Adri Arnaus: Der Spanier gewinnt in seiner Heimat die PGA Catalunya Championship in einem dramatischen Stechen gegen den Südafrikaner Oliver Bekker.

Sport - Mai 2022 von Carolin Stähler
Catalunya Championship: Arnaus (SPA) nach Play-Off-Drama im 7. Himmel
Adri Arnaus | Foto: golfsupport.nl

Nach 50 Jahren kehrte die DP World Tour an ihren Ausgangspunkt zurück. Im spanischen Girona fand vor einem halben Jahrhundert das erste Turnier der heutigen DP World Tour statt. Der Sieger hieß damals Antonio Garrido und auch heute gewann beim PGA Catalunya Championship ein Lokalmatador.

In einem wahren Krimi besiegte Adri Arnaus aus Barcelona den Südafrikaner Oliver Bekker in einem spannenden Stechen am 6. Extraloch. Nachdem die beiden fünfmal die 18. Bahn in Par gespielt hatten, ging es für die Kontrahenten auf das schwerste Loch des Platzes, die 17. Bahn, ein langes Par 4, und am Ende war es nach über sechs Stunden Golf am Tag der Arbeit reine Nervensache für die Spieler.

Nach einem defensiven Abschlag mit einem langen Eisen gelang Arnaus ein Traumschlag kurz hinter die Fahne. Bekker verfehlte das Grün und nach einem guten Chip des Südafrikaners, der ihm aber einen Tester zum Par ließ, versagten Arnaus bei seinem Birdieputt zunächst die Nerven.

Da Bekker jedoch nicht zum Par lochte, bekam der junge Spanier eine zweite Chance. Den Rückputt aus einem Meter verwandelte er und sicherte sich damit seinen ersten Sieg auf der DP World Tour. Auf Rang drei mit zwei Schlägen Rückstand platzierte sich ein Trio bestehend aus den Engländern Laurie Canter und Richard McEvoy sowie dem Polen Adrian Meronk.

Catalunya Championship: Arnaus (SPA) nach Play-Off-Drama im 7. Himmel
Oliver Bekker | Foto: golfsupport.nl

Arnaus macht 7 Schläge gut

Der Spanier Adri Arnaus hatte am Finaltag einen 7-Schläge-Rückstand auf den Führenden Bekker gutgemacht. Er spielte eine bärenstarke, lupenreine 67 und war mit 11 Schlägen unter Par der Führende im Clubhaus. Der Südafrikaner Bekker lag lange bei -12 Schlägen allein an der Spitze und kratzte auf seiner Schlussrunde ein Par nach dem anderen. Er stand auf dem Platz im direkten Duell mit dem Engländer Laurie Canter, der nach einem Birdie auf der 15 -11 Schläge auf seinem Konto hatte. Auf der 16. Bahn büßte Bekker nach einem Dreiputt und dem Bogey seine alleinige Führung ein und es stand das Trio Arnaus, Bekker, Canter an der Spitze des Leaderboards.

Auf der 17 spielte der Engländer nach einem verzogenen Abschlag und einer fast unspielbaren Lage zwischen Bäumen und Gestrüpp weit ab der Spielbahn ein katastrophales Doppelbogey und verabschiedete sich aus dem Titelrennen.

Bekker kratzte wie gewohnt nach einem ebenfalls nicht auf der Bahn platzierten Drive und einem vorgelegten Eisen erneut ein Par mit einem punktgenauen Pitch an den Stock und dem anschließend verwandelten Parputt. Während Adri Arnaus sich auf der Range für ein mögliches Play-off warmhielt, ging Bekker als geteilter Führender auf den letzten Abschlag. Auch am Schlussloch rettete er das Par und somit ein Play-off mit Arnaus, das dieser am Ende zu seinen Gunsten entschied.

Für Arnaus ist es nach zwei verlorenen Play-offs -zuletzt zog er gegen seinen Landsmann Larrazabal in Südafrika im Stechen den Kürzeren – nun im dritten Anlauf endlich der erste Sieg und damit sein erster Erfolg auf der DP World Tour.

Wiesberger mit steigender Formkurve

Bernd Wiesberger, der am Moving Day im Gesamtklassement mit einer 67 einen großen Sprung nach vorne gemacht hatte, schloss das Turnier mit einer 71 und einem 8. Platz ab. Dadurch geht es für ihn sowohl beim Race to Dubai als auch in der Weltrangliste wieder nach oben.

Lukas Nemecz, der bereits in der Vorwoche bei der ISPS Handa Championship in Tarragona nur knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt war, bestätigte seine gute Form am ersten Tag in Girona mit einer 68er Runde, die ihn auf Platz 7 des Leaderboards katapultierte. Nach anschließenden Runden von 74, 71 und 73 wurde es am Ende der 26. Rang.

Beste Deutsche wurden Marcel Schneider und Nicolai von Dellinghausen, die sich beide mit einem Gesamtscore von -5 den passablen 13. Rang teilten. Für Sebastian Heisele, der mit einer furiosen 67 ins Turnier gestartet war, reichte es am Ende nur zu -3 und einem dennoch ordentlichen geteilten 22. Platz.

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