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Union Green: Macht Titleist sich selbst Konkurrenz?

Mit einer völlig neuen Marke aus dem Hause Acushnet geht man auf den Leisure Golfer los. Union Green ist quasi das urbane Lebensgefühl für den „Ich hau mal drauf Golfer“ und damit der krasse Gegensatz zum Titleist Pro V1-Golfer.

Equipment - Februar 2020 von Klaus Nadizar
Union Green: Macht Titleist sich selbst Konkurrenz?

Vermutlich haben die wenigsten von Union Green gehört. Nicht weiter verwunderlich.
Die Marke hat Acushnet ganz ohne Wirbel gelauncht und vom Start weg auf Cool ausgerichtet: Union Green ist für Leute gedacht, die so wie sie sind, zum ersten Abschlag gehen und das Spiel gerne nach ihren eigenen Regeln spielen. Sie spielen zum Spaß, um der Routine zu entkommen und finden den Golfplatz als den perfekten Ort, um mit den Menschen in Kontakt zu treten, die ihre Leidenschaft teilen. Der Spaß steht dabei im Vordergrund.

Basierend auf dem eigenen Know-How hat man nun – anders als noch bei Pinnacle, deren Bälle Rush und Soft als Billigmarke immer noch sehr technisch daher kommen – eine hippe Marke ins Rennen geschickt. Pinnacle war stets eine Art billiges Nebenprodukt, mit Union Green versteht man die Botschaft deutlich besser: Lässige Golfbälle für ein bestimmtes Klientel, und gleich passend dazu ein ganzer Rattenschwanz an zusätzlichen Accesoires.

So geht Brandbuilding, wenn die Portokassa gefüllt ist.

Union Green: Macht Titleist sich selbst Konkurrenz?Wobei: Dass dieser Ball unter dem Dach von Acushnet den Markt erobern will, erkennt man jedenfalls nicht am Auftritt. Der ist hipp, lässig und so gar nicht titleist-like. Einzig am Footer der Homepage steht das Copyright-Zeichen und daneben Acushnet.

Aber keine Sorge: Man wird sich im Hause Acushnet wohl was gedacht habe, und sich garantiert nicht Kannibalisieren wollen. Union Green ist mit seinen zwei Modellen Teebird und Pindrop in einem Preis-Segment unterwegs, wo sich andere Ballmarken deutlich mehr Sorgen machen müssen: 12 Bälle um 20 Dollar (Teebird, Two-Piece) und ein wenig Lebensgefühl extra ist eine klare Ansage. Auch der Pindrop (Three-Piece) ist mit 27 Dollar noch unter der 30-Euro-Marke.

Dabei scheint auf den ersten Blick der Markt in der Preisklasse unter 30 Euro gesättigt – dort wurden bis vor wenigen Jahren noch 50 Prozent der Umsätze getätigt. Allerdings zielt Union Green auf ein Publikum ab, dem es in erster Linie um den Coolness-Faktor geht und dem Performance nicht weiter wichtig ist. Ein Publikum, das es in unseren Breiten kaum gibt…

Neben den Bällen gibt es noch T-Shirts (ohne Kragen!), Golf-Kappen und eine Tasse. Mal schauen, ob Union Green den Weg nach Europa findet.

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