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US Masters: Scheffler, Woods & Straka

Scottie Scheffler, die Nummer 1 Welt, gönnt sich am allerletzten Loch einen Vier-Putt zum souveränen Masters-Titel. Sepp Straka belegt Platz 30 bei seiner Masters-Premiere.

Sport - April 2022 von Klaus Nadizar
US Masters: Scheffler, Woods & Straka
Hideki Matsuyama of Japan (L), der Sieger des 2021 Masters, und Scottie Scheffler, der neue Champion. (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Es war ein seltsam Schauspiel auf Loch 18 des Finaltages des US Masters: Aus weniger als 10 Meter fabriziert der Sieger Scottie Scheffler (USA) bei fünf Schlägen Vorsprung einen Vierputt! Nachdem Scheffler zum zweiten Mal aus kürzester Distanz verschiebt, bekommt er Standing Ovations und versenkt Putt Nummer 4 zur 71er-Schlussrunde. Das Doppelbogey, sein einziges im Turnier, ringt Scheffler ein ungläubiges Lächeln ab.

Sein erster Major-Titel ist gleichzeitig Sieg Nummer 4 in 6 Starts. Damit beweist der 25-jährige Scheffler seinen Nummer 1 Status eindrucksvoll. „Ich hatte nach Tag 3 die Kontrolle über das Feld, am Finaltag musste ich die Kontrolle über mein Spiel halten“, so Scheffler.

Cameron Smith, sein härtester Konkurrent und gleichzeitig Spielpartner am Finaltag, konnte zumindest auf den Front-Nine das Match offen halten, ehe der Australier mit der viel diskutierten Vokuhila-Frisur über das wohl berühmteste Loch am Platz stolperte: Auch Loch 12, der kürzesten, ab so häufig Turnier entscheidenden Spielbahn, kassiert Smith ein Tripleybogey und begrub damit seine Titelchancen.

Eine Erklärung, was das Loch namens „Golden Bell“ so schwierig macht:

Straka mit Ups & Downs zu Platz 30, Tiger humpelt vom Platz

Sepp Straka schafft bei seiner Masters-Premiere souverän den Cut und landet am Ende auf Rang 30. Strakas Scrambling war teilweise atemberaubend gut, dann mischten sich seltsam schwere Schnitzer in sein Spiel. Etwas das Triplebogey mit 2! Strafschlägen auf Loch 13 in Runde 3, dessen misslungenen Drive Straka schon mit den Worten „Oh no“! quittierte.

Versöhnlich dann das Ende: Nach einer schwachen Phase mit 5 Bogeys auf 7 Loch, bringt Straka nach vier Birdies auf den Back-Nine just am Finaltag seine erste Masters-Runde in den roten Zahlen ins Clubhaus und verbessert sich im Ranking noch um rund 10 Plätze.

Das blieb Tiger Woods bei seinem heroischen Comeback verwehrt: Nach Runde 1 noch völlig überraschend in den Top 10, fällt der 5-fache Masters-Champion Tag für Tag zurück und beendet das Turnier auf Rang 47. Man sieht Tiger speziell am Schlusstag die offensichtlich starken Schmerzen an, als er nach seiner 78er-Finalrunde Richtung Clubhaus davon humpelt. Trotz der schlechtesten Runde, die Tiger je in Augusta gespielt hat, meinte er danach: „Es war ein besonderes Masters dank der unglaublichen Unterstützung der Patrons und ich werde mich in Dankbarkeit daran zurück erinnern.“


US Masters: Mit der Kraft Gottes

Satte fünf Schläge Vorsprung vor dem Wochenende sind kein echtes Ruhekissen in Augusta, aber eine Ansage: Scottie Scheffler, der in nur 40 Tagen zur Nummer 1 der Golfwelt avancierte, darf jedenfalls mit dem Titel spekulieren. Auch wenn das Masters laut einer alten Weisheit auf den Back-Nine des Finaltages beginnt.

Scheffler hat die Ruhe, mit dem Druck umzugehen, und er beruft sich dabei als gläubiger Christ gerne auf Gott. „Gott ist gut“, sagt Scheffler im Interview und in einem Podcast erzählt er von seinem Zugang zum Glauben: „Die Leute denken oft, nun, wenn sie Christen werden, wird Gott ihnen alles leicht machen, und das ist nicht der Fall. Aber den Gott des Universums, den Schöpfer, auf deiner Seite zu haben, macht es einfacher, damit umzugehen. Und die Prinzipien der Bibel sind etwas, das sich in ihrem Leben manifestiert, wenn man sie anwendet.“

Auch sein Caddie Ted Scott ist gläubiger Christ und weiß, wie man das US Masters gewinnt: Scott war ein Jahrzehnt lang an Bubba Watsons Bag und holte sich mit seinem ebenfalls tief-gläubigen Boss Bubba die Masters-Titel in den Jahren 2012 und 2014.

Meine Freunde ziehen mich gerne damit auf, dass ich zu Hause immer noch die Hausarbeit machen muss. Aber es hat sich daheim einfach nicht so viel verändert trotz der Erfolge.

Scottie SCheffler

Scheffler und Scott trafen sich zum ersten Mal bei einem Bibelstudium etwa ein Jahr bevor sie sich zusammenschlossen. Als Scheffler Scott anrief, sagte er dem langjährigen Caddy von Bubba Watson, er wolle mit einem Christen arbeiten. Ihr erstes gemeinsames Turnier war das RSM Classic im November 2021. Der Rest – bislang – ist Geschichte!

„Er hält die Dinge locker“, sagte Scheffler diese Woche über Scott. „Wir haben eine Menge Spaß zusammen. Ich respektiere ihn sehr als Person und ich respektiere seine Arbeitsmoral als Caddie. Und so war es für mich bisher eine ziemlich einfache Beziehung, nur weil ich ihn so sehr respektiere.“

Als Christ sind es für Scheffler der Glaube, die Familie und Freunde, die seinem Leben Sinn geben.

„Ich bin ein Christ, das ist mir wichtig“, sagte er 2019 in einem Interview mit PGATour.com. „Aber auch wenn Sie kein Christ sind, ist es wichtig, das Leben mit Menschen zu verbringen, die Sie mögen. Wenn Sie keine engen, guten Freunde haben, denke ich nicht, dass das, was Sie tun, wichtig ist. Das wäre also mein wichtigster Rat an jemanden.“

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