Freitag, März 27, 2026
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Hickory Masters 2026 am Comer See: Wenn Golf wieder Geschichte schreibt

100 Jahre zurück – und doch mitten im Hier und Jetzt: Beim Hickory Masters 2026 am Comer See treffen Weltmeister und Toursieger aufeinander, spielen mit Originalschlägern aus der Frühzeit des Golfsports und kämpfen um eine der außergewöhnlichsten Trophäen des Spiels.

Es gibt Turniere, die sportlich relevant sind. Und es gibt jene wenigen, die mehr sind als das – kulturelle Ereignisse, die den Kern des Spiels freilegen. Das Hickory Masters 2026 gehört zweifellos in die zweite Kategorie.

Am 13. und 14. Mai wird der traditionsreiche Circolo Golf Villa d’Este am Comer See zur Bühne für ein Golfturnier, das die Zeit nicht nur zitiert, sondern konsequent zurückdreht. Gespielt wird ausschließlich mit handgefertigten Hickory-Schlägern aus der Zeit vor 1935, getragen wird Kleidung im Stil der frühen 1930er Jahre. Was hier entsteht, ist keine Inszenierung – es ist eine Hommage.

Dabei trifft Historie auf höchste sportliche Qualität. Acht ehemalige Sieger internationaler Tours und gleich drei Hickory-Weltmeister haben ihre Teilnahme zugesagt. Namen wie Andrew Marshall, Paolo Quirici oder Perry Somers stehen für die Spitze dieser besonderen Disziplin. Ergänzt wird das Feld durch prominente Tourspieler wie Markus Brier, Gary Orr oder Thomas Gögele, die sich erstmals dem Spiel mit Hickory-Schlägern stellen.

Das Format ist bewusst reduziert, fast exklusiv: maximal 80 Teilnehmer, zwei Tage, 36 Löcher Strokeplay. Drei Wertungsklassen – Professionals, Amateure und Senior-Amateure – doch ein gemeinsames Ziel: der Gewinn des „Silbernen Rake Niblick“. Diese Trophäe ist weit mehr als ein Symbol. Sie ist eine präzise gefertigte Replik eines revolutionären Schlägers aus dem Jahr 1895 – eines frühen Hybrids, der seiner Zeit Jahrzehnte voraus war. Gefertigt aus Sterlingsilber von italienischen Kunsthandwerkern, verbindet sie Geschichte, Handwerk und Mythos in einem Objekt.

Dass ausgerechnet der Circolo Golf Villa d’Este, der 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert, Austragungsort dieser Premiere ist, wirkt dabei fast wie eine logische Konsequenz.

Der Platz mit seinen schmalen, von Bäumen gesäumten Fairways und strategisch anspruchsvollen Grüns entspricht genau jener Ästhetik, für die das Hickory-Golf steht.

„Wir spielen auf einem Layout, das den ursprünglichen Charakter des Platzes widerspiegelt – mit ähnlichen Distanzen wie 1926. Es ist eine Reise in die Fußstapfen großer Champions“, sagt Eventmanager Claus Mühlfeit.



Das Hickory Masters versteht sich nicht nur als Turnier, sondern als Beginn einer neuen Tradition. Künftig soll das Event alle zwei Jahre auf historischen Golfplätzen stattfinden – immer dort, wo die Vergangenheit des Spiels noch spürbar ist.

Ein Monat nach dem modernen Spektakel des Masters in Augusta setzt dieses Turnier einen bewusst gesetzten Kontrapunkt: weniger Technologie, mehr Gefühl. Weniger Distanz, mehr Präzision. Weniger Geschwindigkeit, mehr Stil. Oder anders gesagt: Golf in seiner vielleicht reinsten Form.

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