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Da steigt Rauch auf: Tourkarte für Matthias Schwab

Offensichtlich hat der junge Mann aus Schladming Nerven aus Stahl: Bei der über 6 Runden gehenden Tourschool holt sich Matthias Schwab als 18ter eine von 25 Tourkarten für 2018. In einem Starterfeld, das jedem Tour-Event zur Ehre gereichen würde.

Sport - November 2017 von Klaus Nadizar
Da steigt Rauch auf: Tourkarte für Matthias Schwab
Foto: Markus Berger / Red Bull Content Pool

Papa Andy Schwab hat wohl mehr Nerven gezeigt als sein Sohnemann Matthias. „Ich verliere in jeder Runde zwei Kilo“ scherzte Andy Schwab zum Thema „Tourschool“. Tatsächlich bleibt Matthias cool wie immer und legt damit einen perfekten Start ins Profileben hin. Quasi die „perfect season“.

Schwab schafft alle Cuts auf der Challenge Tour, auch jenen auf der European Tour, der seinen Einstieg ins Profileben markiert: Bei den Lyoness Open startet Schwab seine Reise Richtung „Pro“, wird 43ster.

Dann aber sammelt Schwab Top-Ergebnisse am laufenden Band, ist immer wieder knapp vor dem ganz großen Coup. Er verfehlt keinen einzigen Cut, schafft in 17 Turnieren souverän den Sprung in die Top 45 der Challenge Tour, was eine volle Startberechtigung für 2018 auf der Challenge Tour bedeutet.

Die braucht Schwab nun nur mehr bedingt: Mit Platz 18 bei der Final Stage der European Tour Qualifying School wie das Monsterturnier offiziell heißt, zaubert sich Schwab gleich in seiner ersten Profisaison auf die große Tour: Den Cut nach vier Runden schafft Schwab souverän, er hält sich während des Turniers de facto durchgehend in den Top 25 auf, die schlussendlich mit einer Tourkarte belohnt werden.

25 aus rund 800

Die Konkurrenz bei der Tourschool ist atemberaubend: Vom schwedischen Ryder Cuppern Oliver Wilson (2008) und Niclas Fasth (2002) über den sechsfachen Toursieger Hennie Otto (SA) bis hin zum Lyoness Open Sieger 2014 Mikael Lundberg – die Tourschool ist ein Sammelbecken an hoffnungsvollen Nachwuchsspielern, leicht verstaubten Stars und Mega-Talenten.

Je nach Kategorie und eingespielten Preisgeld steigt man in die Stage 1 ein, oder schafft es, wie Matthias Schwab sich direkt für das Finale zu qualifizieren. Am Ende aber git für die meisten von ihnen: Sechs Tage sind ein Jahr. Denn mit einer schlechten Kategorie – wie es jene haben, die nicht mal den Cut bei der Final Stage schaffen – wird jeder Turnierstart im darauffolgende Jahr zu einem Event der letzten Hoffnung.

Neben Matthias Schwab schaffen es mit Sebastian Heisele und Marcel Schneider zwei weitere deutschsprachige Pros auf die Tour. Ganz bitter: Christian Braeunig verspielt seine Tourkarte am letzten Loch, des 108-Loch-Marathons. Ein Bogey kostet ihn Platz 25…

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Ein Interview mit Matthias Schwab

Out für Trappel & Nemecz

Schon zwei Runden vor Schwab mussten sich Lukas Nemecz und Manuel Trappel von der Tourschool und damit auch der Hoffnung auf eine Tourkarte verabschieden. Trappel wird sich 2018 wieder mit einigen Starts auf Challenge Tour anfreunden müssen, Lukas Nemecz hat dank des Spaniers Adri Arnaus eine volle Challenge Tour-Tourkarte. Wie das geht?

Arnaus hat sich bei der Tourschool eine bessere Challenge Tour-Kategorie erspielt, als er sie über sein Ranking (Platz 5) auf der Alps Tour erarbeitet hat. Lukas Nemecz rückt als Sechster der Order of Merit auf der Alps Tour nach. Die Top 5 haben eine Kategorie auf der Challenge Tour… Klingt kompliziert, ist es aber nicht…

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