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La Gomera: Reif für die Insel

Wir halten es mit Mar Twain: „Zu einem perfekten Urlaub mit vier Sternen gehört auch ein Garten mit 18 Löchern“.

Reise - April 2017 von Elsa Honecker
La Gomera: Reif für die Insel
La Gomera & Golf: Eine feine Kombi!

Kurzerhand dem alljährlichen Weihnachts- und Neujahrsrummel den Rücken kehren und auf der zweitkleinsten kanarischen Insel La Gomera bei sommerlichen Temperaturen in einer grandiosen Natur, den ersten Golfplatz der Insel zu spielen, das könnte auch Ihr Plan sein.

Ein Hippie-Paradies

Es begann in den 60er Jahren. Auf der Schwesterninsel Teneriffa war gerade der große Tourismusboom ausgebrochen, und viele Gomeros wanderten dorthin aus, um hier das große Geld zu machen. Gleichzeitig entdeckte ein Völckchen „junger Wilder“, mit Aussteigerambitionen aus aller Herren Länder, die Beschaulichkeit der Insel. Im Valle Gran Rey, das „Tal des großen Königs“, im Westen der Insel, schlugen sie ihre Zelte auf und das Paradies für freies Leben in schöner, unverdorbener Natur war geboren. Das Örtchen La Calera avancierte damit zum Mittelpunkt der damaligen „Gesellschaft“: Die einen hatten Drogen, die anderen ihre Diplomarbeit im Gepäck, es wurde getrommelt, meditiert und freie Liebe praktiziert.

Bis, ja bis freilich auch hier die Zivilisation in Form von EU geförderten Projekten, Strassen, Hotels und touristische Einrichtungen entstehen ließ. Und so drängen heute neben den Rucksacktouristen auch schon die „Pauschaler“ auf die Insel – und dies, obwohl es – Gott sei Dank – noch keine Bettenburgen gibt und Sandstrände absolute Mangelware sind. Eher kommen deshalb die Outdoor-Freaks auf ihre Kosten. Die üppige Natur, mit fruchtbaren Tälern, Steilklippen, bizarren Canyons, bis zum neblig-feuchten Märchenwald auf knapp 1500 Metern, lädt ein zu Abenteuern jeglicher Art.

Ein Debütant namens „Golf Tecina“

Was niemand hier je für möglich gehalten hätte, passierte im Herbst 2003: Der einzigste Golfplatz der Insel wurde aus der Taufe gehoben. Für seine Erzeuger, der norwegisch-kanarischen Fährgesellschaft Fred Olsen ist er allerdings schon das dritte Vorzeige-Projekt. Denn wären sie nicht gewesen, gäbe es keine schnelle Fährverbindung von Teneriffa nach La Gomera und auch nicht die Hotelanlage „Jardin Tecina“. Wie ein Garten Eden, mit kargem Vulkangestein rundum, thront sie wie ein Adlerhorst auf einer 200 meter hohen Felsklippe. Vielleicht hat ja sogar Christoph Kolumbus hier Ausschau gehalten, als er 1492 auf dem Weg nach Afrika, auf der Insel Station machte. Der Name „Isla Colombina“ stammt jedenfalls daher.

Für mich ist das Plätzchen geradezu ideal. Zehn Minuten zu Fuß in das Örtchen Playa de Santiago, das südlichste und sonnenreichste der Insel und fünf Minuten zum Golfplatz. Einen eigenen kleinen Bungalow mit Terrasse

und vor der Nase den schönsten Weihnachtsschmuck der Natur: Weihnachtssterne, so groß wie Bäume und Bougainvilleas in allen Farben, die sich an das Häuschen schmiegen. Dazu der Blick auf die Skyline von Los Christianos auf Teneriffa und die kleine Insel La Palma.

Golfen mit Bergblick

Schon der 1. Abschlag macht trotz Hitze (25°) Gänsehaut: Von 175 Meter über dem Meer windet sich ein grünes Band von 18 Fairways, gespickt mit Palmen, Bananen- und Orangenbäumen, Bougainvilleas und Kakteen den Vulkankegel hinunter. Dazu noch Meer satt nach allen Richtungen und – man staune – auch Bergblick. Denn der majestätische Teide, höchster Berg Teneriffas, leuchtet mit seiner weißen Spitze bis hierher und gibt dem Heimweh keine Chance. Dieses und etwaige Gedanken an Plätzchen- und Glühweinduft, kommen hier gar nicht erst auf, dank der Genuss-Abschläge über Terrassen hinweg, Fairways, die bis ins Meer hinein zu wachsen scheinen und Grüns, so glatt als wären sie eben gebügelt worden. Dennoch, Herzklopfen ist angesagt, wenn die Bälle mit Slice in den Abgründen verschwinden, Gräben und Neuanpflanzungen im Weg stehen, wie an Loch 2 (Par 4) und Loch 3 (Par 5) oder das Grün sich hinter Kakteen versteckt, wie an Loch 5 (Par 4). Loch 10 ist

Challenge pur: Abschlag über einen Berg hinweg direkt zum Meer – mehr ist nicht zu sehen. Was dann kommt, sind auf 10% Neigung, Wellen, Topfbunker und ein trickreiches Grün. Trotzdem – wer die Herausforderung liebt, aber auch mit allen Sinnen genießen kann, der ist hier richtig. Denn, um es mit den Worten des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain zu sagen: „Zu einem perfekten Urlaub mit vier Sternen gehört auch ein Garten mit 18 Löchern“. So soll es sein.

Info: Tecina Golf

Lomada de Tecina
38811 Playa Santiago
La Gomera-Islas, Canarias
E-Mail: tecinagolf@fredolsen.es
www.tecinagolf.com

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