Augusta wollte Drama. Augusta bekam Rory McIlroy.
Der Nordire hat das Masters 2026 gewonnen und damit eines der schwierigsten Kunststücke im Golfsport geschafft: die erfolgreiche Titelverteidigung im Augusta National. Mit insgesamt 12 unter Par setzte sich McIlroy in einem hochspannenden Finaldurchgang knapp vor Scottie Scheffler durch, der mit einer starken 68 ohne Bogey noch einmal massiven Druck aufbaute. Für McIlroy ist es der zweite Masters-Sieg in Serie – und damit die erste erfolgreiche Titelverteidigung in Augusta seit Tiger Woods 2002.
Dabei sah lange nichts nach einem kontrollierten Triumphzug aus. McIlroy war mit einer geteilten Führung in den Sonntag gestartet, nachdem sein komfortabler Vorsprung am Samstag komplett geschmolzen war. Zwischenzeitlich geriet die Runde ins Wanken, Justin Rose spielte sich mitten ins Rennen, Cameron Young mischte ebenfalls lange vorne mit – und Scheffler machte im Hintergrund genau das, was die Nummer eins der Welt so gefährlich macht: keine Fehler.
Entscheidend wurde einmal mehr der berühmte Amen Corner. Dort fand McIlroy genau in jenem Moment die Antworten, als das Turnier zu kippen drohte. Birdies auf den Schlüssellöchern gaben ihm die Kontrolle zurück und hielten die Angreifer auf Distanz. Es war kein Sieg der totalen Dominanz, sondern einer der Nerven, der Widerstandskraft und des perfekten Timings.
Gerade das macht diesen Erfolg so bedeutend. McIlroy musste in Augusta über viele Jahre hinweg mehr Rückschläge verarbeiten als fast jeder andere Superstar seiner Generation. Dass er nun nicht nur gewonnen hat, sondern gleich zweimal hintereinander, verändert die Perspektive auf seine Geschichte an diesem Ort komplett. Aus dem ewigen Suchenden ist endgültig ein Augusta-Spieler geworden.
Scottie Scheffler darf sich trotz Platz zwei als einer der großen Gewinner dieser Schlussrunde fühlen. Seine 68 ohne Bogey war genau die Art von Runde, mit der man Majors oft gewinnt – nur diesmal stand am Ende eben McIlroy im Weg. Hinter ihnen zeigte auch Justin Rose lange, dass mit ihm jederzeit zu rechnen ist, ehe Augusta im Finish wieder einmal jede kleine Unsicherheit gnadenlos bestrafte.
Unterm Strich bleibt ein Masters-Sonntag, der nicht von Perfektion lebte, sondern von Spannung. Und genau deshalb wird er hängen bleiben. McIlroy hat Augusta nicht einfach noch einmal gewonnen. Er hat dem Platz erneut standgehalten, dem Druck erneut widerstanden und seinem Vermächtnis ein weiteres grünes Kapitel hinzugefügt.
Rory ist damit der erste Spieler seit Tiger Woods, der das Masters erfolgreich verteidigt. Außerdem ist Schefflers 68er-Runde ohne Bogey ein zentraler Punkt, weil sie McIlroys Sieg noch größer wirken lässt.
Sepp Straka wieder im Cut, aber glücklos am Wochenende
Sepp Strakas Masters 2026 war insgesamt solide, aber nicht der erhoffte Vorstoß in die Top 10. Der Österreicher eröffnete in Augusta mit 73 (+1), spielte am Freitag eine 72 (Par), legte am Samstag mit 69 (-3) seine beste Masters-Runde überhaupt nach und ging damit bei 214 Schlägen (-2) auf T29 in den Finaltag. Am Sonntag folgte dann allerdings eine 76 (+4), womit Straka das Turnier bei 290 Schlägen (+2) auf Platz 41 beendete und Rang 16 aus 2024 weiterhin das bislang beste Ergebnis bleibt.

Straka spielte sich mit einer starken dritten Runde in Schlagdistanz zu einem sehr guten Ergebnis, fiel aber am Sonntag deutlich zurück und verpasste dadurch eine echte Topplatzierung.
Der Verlauf war damit ziemlich typisch für ein Augusta-Turnier, das phasenweise gut aussah, aber nie ganz in einen echten Lauf kippte. Nach der ersten Runde spricht Straka von „Luft nach oben“, weil Straka mit der 73 nur auf T33 lag. Mit der Par-Runde am Freitag brachte er sich immerhin sicher ins Wochenende – sein vierter Cut bei 5 Starts; zu diesem Zeitpunkt lag er bei +1 auf T32. Am Samstag kam dann der klare Höhepunkt seiner Woche: die 69, seine beste Runde beim Masters überhaupt.
Die Schlussrunde nahm diesem Aufwärtstrend aber wieder den Schwung. Laut ORF verlor Straka am Sonntag „den Faden“, kassierte sechs Bogeys und konnte mit nur zwei Birdies den Schaden nicht mehr begrenzen. Genau das spiegelt seine Augusta-Woche gut wider: phasenweise stark genug für einen Sprung nach vorne, aber über vier Tage nicht konstant genug, um sein bisher bestes Masters-Ergebnis anzugreifen.

