Was als Revolution begann, droht als kostspielige Fehlinvestition zu enden. Die Berichte renommierter Medienhäuser wie New York Times, Wall Street Journal und Financial Times lassen kaum Interpretationsspielraum: Der Public Investment Fund (PIF), das finanzielle Rückgrat der LIV Tour, steht kurz davor, den Stecker zu ziehen. Die Liga, die mit atemberaubenden Signing-Boni von angeblich einer Milliarde Dollar gestartet war, verschlang seit ihrer Gründung 2021 mehr als fünf Milliarden Dollar, ohne nachhaltige Einnahmequellen zu erschließen.
Ein Indiz für den bevorstehenden Cut lieferte der PIF selbst. Just am Tag, als die Gerüchte die Runde machten, veröffentlichte der PIF seine neue Fünfjahresstrategie. Stichwort: profitables Wachstum im Inland. Prestigeprojekte werden zum Luxus. Das Ölgeld fließt jetzt in Heimatprojekte. Die Kernbotschaft: weniger internationale Prestigeprojekte, mehr Fokus auf profitables Wachstum im Inland. Der Begriff Sport kam darin offenbar nicht mehr vor. Fonds-Chef Yasir Al-Rumayyan spricht Klartext: „Der Krieg gegen Iran setzt uns unter Druck.“
LIV-Tour: Der Milliarden-Traum zerplatzt

Was wie eine Imagekampagne für den arabischen Raum begann, wird unter dem Druck sinkender Ölpreise und milliardenschwerer Heimatprojekte plötzlich zum Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. „Die Ära des schrankenlosen Ausgebens scheint vorbei“, kommentierte ein Branchenkenner.
LIV-CEO Scott O’Neil versuchte die Wogen zu glätten. „Unsere Saison läuft exakt wie geplant, ununterbrochen und auf Vollgas“, ließ er die Belegschaft und Spieler wissen. Gegenüber dem britischen Sender TNT ruderte er jedoch zurück. „Die Realität ist, dass wir durch die Saison finanziert sind, und dann arbeiten wir wie verrückt daran, einen Businessplan zu entwickeln, um uns zu erhalten“, sagte er. Besonders pikant – Genau dieser Teil des Interviews wurde später aus den Wiederholungen geschnitten. Angeblich sei die Finanzierung lediglich bis August gesichert. Ein schwaches Fundament für eine Liga, die noch vor wenigen Monaten mit einer Finanzierungszusage bis 2032 hausieren ging.
LIV Tour: Was bleibt, ist das große Fragezeichen


Die Konsequenzen wären verheerend. Spieler wie Bryson DeChambeau, dessen Vertrag ausläuft und der angeblich eine halbe Milliarde Dollar für eine Verlängerung fordert, müssten sich umorientieren. Cameron Smith und sein gesamtes „Ripper GC“-Team stünden vor dem spielerischen Aus. Die LIV-Tour hatte viele Kritiker und wurde als aufgeblähtes und umstrittenes Konstrukt wahrgenommen. Aber sie brach die Monopolstellung der PGA Tour und eröffnete den Spielern ungeahnte Verdienstmöglichkeiten. Ihr Kollaps wäre ein dramatischer Schlusspunkt unter das Kapitel des „Golfkriegs“.

