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Golfplätze: Wann wird aufgesperrt? Und wer darf wo aufteen?

Nach wie vor dürfen wir nur hoffen und warten. Als Amateure. In Deutschland sperrt mit dem Vorzeigeclub St. Leon Rot die erste Anlage auf. Allerdings nur für Spitzensportler.

Panorama - April 2020 von Klaus Nadizar
Golfplätze: Wann wird aufgesperrt? Und wer darf wo aufteen?

Das war so akkordiert in St. Leon Rot: Der Spitzensport macht den ersten Abschlag, sozusagen. Wir Amateure dürfen weiter warten. Den meisten ist es ob des perfekten Wetters über die Osterfeiertage vermutlich schwer gefallen. Man übt sich eben in Durchhalteparolen, oder lässt seinem Unmut freien Lauf. Je nach Stimmungslage. Aber: Es wird der Tag kommen, an dem wir wieder auf den Platz dürfen. Einzig: Wer wird dann vielleicht doch nicht dürfen, oder können? Und wird dann so wie das Hündchen vorm Supermarkt stehen: „Wir müssen draußen bleiben“.

Was, wenn man Fernmitglied ist und kein Club in der Nähe des Wohn-/Arbeitsort lässt dich spielen?

Was, wenn der Club Greenfee-Spieler nicht erlaubt, man selbst aber aus mehrerlei Gründen eine Fernmitgliedschaft hat? Etwa, weil der Zweitwohnsitz in der Nähe ist… Oder weil man einfach nicht so oft zum Spielen kommt, dass sich eine volle Mitgliedschaft auszahlt… Oder weil man in einem Unternehmen arbeitet, das eine Firmenmitgliedschaft in einem Club hält und man so – unter normalen Umständen – zu seinen Runden kommt… Oder weil man sich Golf nur so leisten kann, mit einer günstigen Fernmitgliedschaft, und man trotzdem 8 bis 10 Runden pro Jahr spielen möchte…

Es steht also nicht nur über dem „Wann“ ein großes Fragezeichen, sondern auch über dem „Wie“.
Klar: Golfclubs können ihre Tee-Times an „Members Only“ vergeben. Das hat dann ein wenig den Charakter der amerikanischen Privatclubs. Allerdings: Dort werden nach der Saison die Kosten durch die Mitglieder dividiert, oft steht zu Saisonbeginn ein sattes F&B-Fee ins Haus. Im Liberty National GC auf New Jersey etwa beträgt das 10.000 Dollar. Im höchst exklusiven Bears Club in Florida ergeht am Ende des Jahres ein Brieferl an die Mitglieder, mit der höflichen Bitte die angeführte Summe – meist sechsstellig – zügig zu überweisen. Es ist eher zu bezweifeln, dass es ins Österreich all zu viele Golfer gibt, die sich diesen Luxus gönnen wollen.

Was also was passiert mit den freien Startzeiten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Bekommt dann ein Greenfee-Spieler die Chance, aber nur einer von den „guten“? Oder werden die Preise anziehen – ganz nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage?

Einmal mehr sehen sich die heimischen Golfclubs mit einer außergewöhnlichen Herausforderung konfrontiert. Man darf auf die „individuellen“ Lösungen und vor allem auf die Argumente gespannt sein. Von beiden Seiten…

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