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Franz Laimer: Ich gebe nix auf ­Trophäen

Vom Bauernbub zum Golf-Professor: Der Bad Ischler Franz Laimer ist unumstritten Österreichs bekanntester Golflehrer und Sieger zahlreicher Turniere. Ein Gespräch über Golf zwischen einst und heute und wie einfach der Sport eigentlich ist.

Panorama - November 2020 von Klaus Nadizar
Franz Laimer: Ich gebe nix auf ­Trophäen
Franz Laimer – Österreichs „Golf-Professor“

Simply Golf: Wann kam Franz Laimer zum ersten Mal in Kontakt mit dem Golfsport?
Franz Laimer: Das war 1965, als Achtjähriger. Unser Bauernhof ist direkt neben dem Golfplatz Bad Ischl gelegen und ich habe mir als Caddie mein erstes Geld -verdient. Schon damals habe ich mich gewundert, warum sich manche Leute so schwerfällig anstellen.  

Durftest du denn damals auch spielen?
Golf war damals einem elitären Kreis vorbehalten, aber ich hatte zum Glück einen Protegé. Robert Richt, dem ich oft Caddie gegangen bin, hat am Golfplatz das Hotel gebaut und dem Club einen großen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Man hat ihn dann gefragt, ob der Club was für ihn tun können und Richt hat gebeten, dass ich in den Club aufgenommen werden möge. Das war 1972. Da habe ich eigentlich mit Golf begonnen.

Auch noch nicht die Zeit, da in unseren Breiten ein Bauernbub Golf gespielt hat?
Natürlich nicht. Es waren nur Kinder von Adeligen, Ärzten und dergleichen in den Clubs. Ich war auch immer der Außenseiter.  Aber zum Glück gab es ein paar -Personen im Golfsport, die mir gut gesonnen waren. Etwa Ernst Rinesch, damals Honorary Secretary des Golfverbandes. Oder Traudl und Harro Neuwirth, die damals für den Golfverband tätig waren.

Wer war eigentlich der erste Golflehrer von Franz Laimer?
Das war ein gewisser Aldo Moraldo, ein Italiener, der in Bad Ischl unterrichtet hat. Er hat den Grundstein gelegt und auch gleich gemerkt, dass ich den Ehrgeiz habe, was dafür zu tun. Weil das aber den Clubverantwortlichen in Bad Ischl nicht sonderlich gefallen hat, haben sie mich gleich mit Handicap 17 eingestuft. Sie haben gehofft, dass ich vor lauter Frust wieder aufhöre. Aber ich habe mich gleich im ersten Jahr auf Handicap 1 herunter gespielt.

Beeindruckend! Was war dein erster großer Sieg?
Das war der Christ Pokal 1974 in Linz-Puchenau, ein 9-Loch-Platz, den es nicht mehr gibt. Und dazu gibt es auch eine -nette Anekdote. Ich stand nach dem Turnier, das ich mit Abstand gewonnen habe, unter der Dusche und bewunderte das erste runde Fenster, das ich in meinem Leben gesehen hatte. Draußen unterhielten sich zwei Spieler, von denen einer gemeint hat: Das Turnier hat so ein Junger gewonnen, der kann wahrscheinlich nicht zählen. Der andere aber hat nur gesagt: Der Bursche hat das verdient gewonnen und hätte noch besser scoren können.

Du hast in der Folge unzählige Turniere als Amateur und dann als Pro gewonnen: Hütest du eigentlich deine vielen Pokale?
Nein, das sehe ich ähnlich pragmatisch wie Niki Lauda, der auch nix auf seine Trophäen gegeben hat.

Du hast als Jungspund dann auch den Weg ins Nationalteam geschafft und Österreich auch international vertreten.
Ja, aber auch das war ein steiniger Weg. Bei den Jugendmeisterschaften 1976 hat es geheißen: die Top 6 fahren zur EM. Ich wurde Dritter, aber mitnehmen wollte man mich nicht. Angeblich aufgrund meiner mangelnden Erfahrung. Besagter Herr Rinesch hat sich dann aber für mich stark gemacht und darauf bestanden, dass die Regularien einzuhalten wären. Ich war bei der EM dann bester Österreicher. Es war aber in Summe für mich wahnsinnig entbehrungsreich. Ich musste von Ischl mit dem Zug zum Murhof, wo die Trainingslager stattfanden. Die letzte Hürde waren immer die fünf Kilometer zu Fuß vom Bahnhof zum Golfplatz, mit dem Bag und dem Koffer. 

Du wurdest dann aber rasch Golf-Pro, eigentlich der erste in der Form in Österreich. Warum das?
Ich hatte einen Sattlerbetrieb in Bad Ischl und war damals Österreichs jüngster Sattlermeister. Es stand die Entscheidung an, und Golf war meine Leidenschaft. Also gab es nur einen Weg. Ich wollte Golf-Pro werden.

Franz Laimer: Ich gebe nix auf ­Trophäen

Ein Weg, der damals garantiert noch holprig war. Gab es schon eine Ausbildung für diesen zu dieser Zeit exotischen Beruf?
In Österreich nicht. Aber in dem Fall haben mir Traudl und Harro Neuwirth weitergeholfen und mir einen Platz als Prolehrling bei der Firma Dunlop in England vermittelt. Das war aber nicht wirklich erbaulich. Die Ausbildung habe ich in der Folge bei der PGA of Germany gemacht. Die ist neben der PGA of Sweden der Golflehrerverband in Europa mit den höchsten Standards.

In der Folge gab es einige legendäre Auftritte. Etwa das Match gegen Bernhard Langer zur Eröffnung des Golfplatzes im steirischen Pichlarn, das medial hochstilisiert wurde zu „Das Duell“?
(Lacht) Ich erinnere mich. Damals hat -sogar das TV übertragen. Wir haben einiges bewegt im Golf. Auch dank Michl Payer, der zu der Zeit die Golf Gazette gegründet hat. Und da waren alle Superstars in Österreich. Sogar Ballesteros. Das war eine echte Pionierleistung.

Kurz zurück zum Duell …
Es kamen einige Tausend Zuschauer nach Pichlarn. Langer spielte sein klassisches Sicherheitsgolf und ich habe mit dem Driver überall attackiert. Am Ende hat Langer mit zwei oder drei Schlägen gewonnen. Ich erinnere mich auch noch an eine höchst skurrile Regelentscheidung, bei der Langer einen Freedrop im Wasserhindernis bekam. Es gab aber noch ein geniales Duell, anlässlich der Eröffnung des Golfplatzes in Kitzbühel-Schwarzsee …

Wir sind ganz Ohr!
Das war 1989 und damals gab es einen Vierer: Für das Team International teeten Payne Stewart und Bernhard Langer auf, das Team Österreich hieß Hansi Lamberg und Franz Laimer. Bei der Gala am Vorabend gab es etliche Proteste, warum man gerade uns gegen die Stars hat spielen lassen.

Damit sind wir in dem Jahr angekommen, in dem du deine Playing-Pro-Karriere beendet und das Trainingszentrum Bad Ischl gestartet hast. Wieder untypisch. Wäre es nicht einfacher gewesen, in Bad Ischl den Club-Pro zu geben?
Mir war damals schon klar, dass ich nicht auf Funktionäre in einem Club angewiesen sein möchte. Die Stadt hat mir für das Projekt den Platz zur Verfügung gestellt, um mein Trainingszentrum umzusetzen. Bei der Eröffnung waren 62 Journalisten vor Ort, auch jede Menge internationale. Mittlerweile habe ich vergrößert und drei Mal umgebaut. Bis Mitte 2020 steht der nächste Schritt an. Wir wollen die Driving-Range verlängern, das Short-Game-Area verbessern und mit Shot-Tracer die Anlage noch mehr zu einem Erlebnis machen. Das wird ein Trainingszentrum, das man in der Form international nicht oft sieht.

Laimer, der Dauerbrenner. Was, glaubst du, macht deinen Erfolg aus?
Wenn du rund 9000 Tagesgäste pro Jahr auf der Anlage begrüßen darfst, muss schon einiges passen. Und es schaut nach außen immer gut aus. Aber es ist einfach harte -Arbeit. Ich habe auch heute noch eine 7–Tage-Woche. Und die Leute wissen: Wo Laimer draufsteht, ist auch Laimer drin.

Was ist eigentlich deine Philosophie beim Golfunterricht?
Das Laimer4Golf heißt nicht von ungefähr so. Ich glaube stark an das Vier-Säulen-Prinzip. Kein Golfer wird mit einem schlechten Griff, einem schlechten Stand oder einer schlechten Schwungebene zum Erfolg kommen. Damit sind wir schon fertig. Und Golf ist dank der modernen Schläger so viel einfacher geworden.

Apropos modern: Wie stehst du zu Trackman /& Co. Überfordert das den klassischen Hacker nicht?
Die älteren Golfer sind damit bis zu einem gewissen Grad überfordert, aber es ist -genauso ein Baustein, den man nicht auslassen kann. Aber was bringt es dir, wenn die Daten dir sagen, du kommst von außen? Und dann kommt es auf den Golflehrer an: Er muss nicht den Fehler aufzeigen, sondern einen Lösungsweg präsentieren.

Was macht grundsätzlich einen guten Golflehrer aus? 
Der Erfolg des Schülers.

Hast du eigentlich ein Vorbild?
Zwei. Bernie Ecclestone, weil der arbeitet immer noch, und Ben Hogan, wegen seiner eleganten Bewegung. Daher auch die Kappe. Das ist meine Reminiszenz an Hogan.

Eine Sache müssen wir noch lüften: Woher kommt der Professortitel?
Den habe ich 2007 von der damaligen Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer verliehen bekommen. Für ein Buch, das ich im Auftrag des Unterrichtsministeriums geschrieben habe. Der Titel: Integration des Golfsports in den Schulsport.


simply good 2 know – Laimer4Golf

Franz Laimer: Ich gebe nix auf ­Trophäen
Laimer4Golf: Einer der schönsten und best sortierten Pro-Shops

Alles unter einem Dach. Das Trainingszentrum Laimer4Golf liegt direkt neben dem Golfclub Bad Ischl und ist in jeder Hinsicht eine Wohlfühloase – vom 450 Quadratmeter großen Pro-Shop bis zu den Unterrichtsräumlichkeiten. Selbstredend ist das Trainingszentrum mit sämtlichen modernen Technologien ausgestattet und fungiert für Top-Marken wie Honma oder TaylorMade als Fitting-Base. Die Golfschule kooperiert auch mit dem HerzReha Zentrum in Bad Ischl, um auf die positiven gesundheitlichen Aspekte des Golfsports aufmerksam zu machen. 

Golf-Trainingszentrum Salzkammergut,
Golfstraße 40 | 4820 Bad Ischl | Tel.-Nr. +43 | 6132 | 26476 | 

badischl@laimer4golf.com | golfschule@franzlaimer.com

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