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Golfequipment: Die größten Erfindungen

Das Spiel selbst hat sich seit Jahrhunderten nicht sonderlich geändert, die Ausrüstung, die wir dafür verwenden, hat sich aber deutlich gewandelt und tut es stetig. Die wichtigsten Erfindungen im Golf der letzten hundert Jahre, die unser Leben auf dem Platz erleichtern.

Equipment - September 2017 von Xaver Mayrhofer
Golfequipment: Die größten Erfindungen
6-9-05/ 2005 Solheim Cup, Crooked Stick GC, Carmel, Indiana, USA/ Sept 06-11Contact +31 45 522 73 59/tuesday/presentation of the golfbags of the US Team

02Ein Schläger, ein Ball, ein Loch. So ist es seit Jahrhunderten, und das ist gut so. Dass sich Sportausrüstung generell – wie auch unser gesamtes Leben – rasch und stetig weiterentwickelt, ist erfreulich. Bei Golfequipment im Speziellen hat sich dennoch deutlich mehr getan als in den meisten anderen Sportarten in den letzten hundert Jahren. Diese Erfindungen machen den größten Unterschied, wie wir finden:

Haskell-Bälle

Kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende, in den späten 1890er-Jahren, wurde das Golfballdesign revolutioniert. Davor wurden Federn in Leder gewickelt (Featherie) beziehungsweise aus einem Stück Gummi aus dem Harz des Guttabaums Bälle geformt (Guttie). Bobby Jones beschrieb die Erfindung als die wichtigste Entwicklung im Golf. Der Haskell-Ball war der erste Ball, der einen mit einer äußeren Schale aus Gummi überzogenen Gummikern hatte. Bis in die 1960er-Jahre, als Surlyn, ein synthetisches Harz, aufkam, das seitdem für die Schalen verwendet wird, blieb das Balldesign unverändert, und der grundsätzliche Aufbau der Haskell-Bälle ist bis heute gleich geblieben.

Tees

Ursprünglich wurde von Erdklumpen und danach Häufchen mitgebrachten Sands gespielt. Die ersten Holztees erblickten im späten 19. Jahrhundert das Licht der Welt, und wir wollen sie auf keinen Fall mehr missen.

Stahlschäfte

Ebenfalls rund um die Wende ins 20. Jahrhundert begann der Prozess, Stahl- statt Hickoryschäften zu verwenden. Das harte, aber elastische Holz wurde davor auch für die Schäfte eingesetzt. Die Akzeptanz von Stahl konnte sich erst während der 1930er-Jahre breiter durchsetzen, als das Gewicht, die Festigkeit, die Haltbarkeit und vor allem die Performance durch neue Produktionsprozesse deutlich verbessert wurden. Zu Beginn wurden die neuen Stahlschäfte wie Hickoryholz bemalt, bis auch die USGA (1924) und die R&A (1929) das neue Material erlaubten und die Golfgemeinschaft sich daran gewöhnte. Den ersten nahtlosen Stahlschaft baute True Temper 1929, das erste Set mit Stahlschäften wurde 1930 von Spalding auf den Markt gebracht.

Metal Woods

In den 1970er-Jahren baute Gary Adams für Taylormade den ersten Metallkopf in einen Schläger ein – das Pittsburgh-Persimmons-Holz. Auch hier dauerte es ein Weilchen, bis sich die Erfindung auf breiterer Basis durchgesetzt hatte. Vor allem die hohle Konstruktion brachte den signifikanten Unterschied. Die Bälle flogen deutlich weiter, Gewicht konnte eingespart werden, und schließlich waren bis Ende der 1980er-Jahre auch die letzten Holzhölzer von den Golfplätzen verschwunden.

Grafitschäfte

Bei der PGA-Show 1970 wurde der erste Grafitschaft von der Shakespeare Sporting Goods Company vorgestellt, davor wurde neben den schweren Stahlschäften Aluminium eingesetzt, das aber rostete und leicht brach. Die zweite Version aus 1972, der Geburtsstunde des Aldila-Schaft-Herstellers, konnte sich schließlich im Verlauf der 1970er- und 1980er-Jahre durchsetzen. Die Vorteile liegen im Gewicht, in der Flexibilität und der Verwindungsstabilität. Ab nun konnte das Gewicht im Schläger nahezu nach Belieben verteilt werden – daher wird Grafit bis heute in Hölzern und mittlerweile auch den meisten Eisen eingesetzt.

Leichte Trage-Bags

Ursprünglich aus Leder, danach auch aus Vinyl hergestellt, waren Golfbags schon immer schwer und sperrig. Den Unterschied brachte Rick Reimer Ende der 1970er-Jahre mit seinem ersten Nylon-Bag. Und 1984, als Sun Mountain „Front 9“ und danach „Eclipse“ auf den Markt brachte, setzten sich die neuen Golftaschen, bereits mit einem eingebauten Ständer, endgültig auf dem Markt durch, vor allem seit Izzo und Sun Mountain 1990 dafür auch die Double Straps einführten. Heute aus unserem Golfalltag nicht mehr wegzudenken, erleichtern sie das Handling und die rasche Runde zwischendurch deutlich.

Dreirädrige Trolleys

Eigenartig, dass es so lange gedauert hat, bis dreirädrige Push-Trolleys die Golfplätze eroberten, wenn man bedenkt, wie viel einfacher es ist, etwas zu schieben denn zu ziehen. Seit den 40er Jahren gibt es Pull Carts, seit nunmehr 2 Jahrzehnten, mit oder ohne Elektroantrieb, vermeiden Push Carts Schmerzen und Fehlhaltungen auf unseren Golfrunden. Was rund um die Jahrtausendwende mit den Erfindungen von Bag Boy und Sun Mountain (Golf Speed Cart) begonnen hatte, ist heute State of the Art.

Utility-Schläger / Hybrids

Nicht mehr wegzudenken. Mitte der 1970er-Jahre brachte Cobra mit dem „Baffler“ den ersten Hybrid auf den Markt, und auch hier dauerte es Jahre, bis sich die Golfgemeinschaft an die neue Schlägerform gewöhnt hatte. Einfacher zu treffen als lange Eisen, mit perfekter Gewichtung für alle Arten von Schlägen aus fast allen Lagen, revolutionierte die Mischung aus langen Eisen und kurzen Hölzern unsere Schlägerwahl in den letzten 20 Jahren komplett.

GPS und Rangefinders

Die jüngste große Entwicklung. Ob im Bag oder auf dem Handgelenk, mittels Radars oder GPS, die Distanzmesser geben im heutigen Golfspiel immer mehr den Ton an. Undenkbar vor 20 Jahren, dass sich Hilfsmittel dieser Art langfristig durchsetzen könnten, betreten viele von uns den Golfplatz nicht mehr ohne. Seit 1997 werden Golfplätze per GPS-Satelliten vermessen, insofern darf man die Geburtsstunde rund um die Jahrhundertwende ansetzen. Die heutigen Marktführer, Garmin und TomTom, waren auch die Ersten, welche die Geräte für das Golfspiel kommerzialisierten.

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