Eine Woche Golf in Nord-Wales. Freunde aus Oberösterreich und Niederösterreich, dazu Freunde von Freunden – eine kleine Gruppe, die sich am Flughafen Wien-Schwechat trifft und bei der zu diesem Zeitpunkt noch nicht jeder jeden kennt. Das sollte sich allerdings schnell ändern. Denn spätestens nach den ersten gemeinsamen Runden, Pints und Busfahrten ist klar: Diese Reisegruppe funktioniert.
In Manchester wartet bereits das wichtigste Transportmittel der kommenden Tage: unser „Clubhouse on Wheels“. Ein Reisebus eines walisischen Busunternehmens, der nicht nur uns, sondern auch unsere komplette Golfausrüstung durch Wales bringen wird.

Am Steuer sitzt Hywel – und er erweist sich als Glücksgriff. Keine Straße ist ihm zu schmal, keine Startzeit zu früh und kein Aufenthalt am 19. Loch zu lang.
Erstes Ziel ist Llandudno, mit rund 20.000 Einwohnern das größte Seebad in Wales. Für drei Tage beziehen wir Quartier in einem Bed & Breakfast. Doch bevor der erste Abschlag wartet, werden am Anreisetag noch ausgiebig die Pubs der Stadt erkundet. Schließlich soll man einen neuen Ort nicht ausschließlich vom Golfplatz aus kennenlernen.

Am nächsten Morgen beginnt die eigentliche Reise. Der North Wales Golf Club ist unsere erste Herausforderung. Ein klassischer Links Course vor den Toren Llandudnos, einige Bahnen direkt am Weststrand. Der traditionsreiche Platz wurde bereits 1894 gegründet, unterstützt wurde Tancred Cummins, der Gründer, von Harold Hilton, Mitglied des Royal Liverpool Golf Club und zwei Jahre zuvor Open Champion.
Das Wetter macht gleich klar, was Links-Golf in Wales bedeutet: Wolken, Sonnenschein und zwei kurze Regengüsse wechseln einander ab. Innerhalb einer Runde ist alles dabei.
Besonders die Löcher 16 und 17 haben es in sich. Zwei Par 3, bei denen das Grün vom Abschlag kaum einsehbar ist und zusätzlich eine kleine Schlucht überspielt werden muss. Die Art von Löchern, bei denen man am Tee kurz innehält und einem klar wird, der Abschlag sollte auf keinen Fall zu kurz sein.

Im ersten Duell der Reise setzen sich die Oberösterreicher in drei 2er-Scrambles gegen Niederösterreich durch. Danach wartet das eigentliche Ritual: das Pint auf „Loch 19“.
Am Abend wird im Pub die Runde analysiert, gelacht und bereits über die Aufstellungen für den nächsten Tag diskutiert. Noch ist nicht klar, was diese Woche alles bringen wird. Aber eines steht bereits fest: Der Anfang ist gemacht.

