Nach den ersten, durchaus intensiven Tagen auf der Straße, führte uns der Weg von Marijampolė weiter nach Klaipėda. Genauer gesagt auf den Palanga Campingplatz. Quasi einen Steinwurf vom National Golf Resort Klaipeda entfernt.

Nach einer im Vergleich kurzen Reise war am Sonntag dann endgültig „der Ofen aus“. Frühes Schlafengehen. Frühes Aufstehen. Denn die erste Teetime will ja genutzt werden.
Und dann war das erste langersehnte Fairway plötzlich ganz nah. Ein kurzer Anruf zur Sicherheit – ob alles wie vereinbart läuft. Gaby, die freundliche und fließend Englisch sprechende Shopmanagerin, bestätigte die Teetime um 11:50. Schnell wurde jedoch klar: Eine Buchung wäre aktuell gar nicht zwingend notwendig gewesen. Der Andrang hält sich in Grenzen – zumindest bis Mitte April.

Die Anfahrt? Kurz. Gerade einmal 15 Minuten von Palanga. Die Zufahrt? Imposant und einladend. Schon früh erahnt man das markante Klubhaus. Nachdem die Schranke passiert wurde, zeigt es sich in voller Pracht – gibt aber zunächst noch nichts vom Kurs preis. Erst wenn man die Terrasse betritt und den Blick schweifen lässt, wird klar: Der Name ist hier Programm. Litauische National Golf Qualität.

Die Einweisung von Gaby erfolgt mit einem Lächeln – verbunden mit dem dezenten Hinweis, dass noch nicht alles so ist wie im Mai oder Juni. Die Blütenpracht inbegriffen.
Die Übungsanlage ist großzügig angelegt und lädt zum Verweilen ein. Perfekt, um sich einzuspielen. Oder um am Bunkerspiel zu arbeiten. An diesem Tag ausnamsweise kein Bunker Training, die Trainingserfahrungen vom am Sandstrand sollten sich auf die Bunker am Kurs übersetzen lassen.
Zwei Körbe zum Aufwärmen, dann geht’s an den Abschlag. Die Vorfreude steigt und das Kribbeln ist zu spüren bevor der erste Drive gelingen soll.
Der Platz überrascht. Die Bahnen sind hügelig – was im sonst eher flachen Litauen fast schon als gebirgig durchgeht. Aber genau das macht den Reiz aus. Der Kurs ist abwechslungsreich, durchdacht und visuell stark.

Vor allem die 10, 16 und – selbstverständlich – die 18 bleiben in Erinnerung. Die 18 ist dabei das Signature Hole: ein Inselgrün in der Form von Litauen. Und es versteht sich von selbst, dass der Annäherungsschlag natürlich das Grün auf Anhieb nicht gefunden hat. Wäre ja zu schön gewesen. Aber nochmals die Ännäherung. Ball nahe der Fahne. Zwei Putts. Runde beendet. Keine glänzende Runde. Aber eine annehmbare. Und vor allem: die erste echte Runde des Northern Swing.
Und dann kam er: mein neuer bester Freund im National Golf Resort – Magic Mike.

Mike ist Brite in seinen 60ern, kommt aus Manchester, lebt mit seiner litauischen Frau in Klaipėda und ist im Club eine Institution. Bekannt als „Magic Mike“ (nicht zu verwechseln mit dem Film aus 2012). Er ist Captain des Seniorenteams, Head Marshal und führt Gäste – wenn gewünscht – über die Fairways. Der trockene britische Humer inbegriffen.
Und als wäre das nicht genug, ist er auch noch der „hotteste“ DJ des National Golf Resorts. Wer also wirklich eintauchen will: einfach bei der Teetime-Buchung nach Magic Mike fragen. Eine Runde die anschließend in Erinnerung bleiben will.
Am Ende bleibt ein Gefühl, das wir so in den ersten Tagen noch nicht hatten: Sonne und einen wunderbaren Platz für eine Runde Golf. Und ein Moment, der sich endlich nach „angekommen“ anfühlte. Auch wenn noch nicht alles perfekt war an diesem Tag im März.
Den Abend haben wir im „Fat Cat“ in Klaipėda ausklingen lassen. Hervorragendes Essen im Pub-Style – und die überraschende Erkenntnis, dass die Eigentümer gleichzeitig Miteigentümer des Golfclubs sind. So schließt sich der Kreis.
Was bleibt? Vorfreude auf OZO Golf Club in Riga. Die nächste Station im Northern Swing.
Euer SimplyGOLF-Team | Bernhard, Hanna, Miss Maisel & Lenny

