Samstag, Apr. 4, 2026
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Clubhouse on wheels: Von Litauen zum OZO Golf Club in Lettland

Nach der ersten gespielten Runde in Litauen zieht es uns weiter Richtung Norden. Weniger Golf, mehr Erlebnis – zumindest vorübergehend. Zwischen Ostsee, Sauna und industrieller Realität zeigt sich der Northern Swing einmal mehr von seiner ungeschönten Seite. Und genau darin liegt sein Reiz.

Nach der mehr schlecht als rechten, meiner Performance geschuldeten, Golfrunde im National Golf Resort Klaipėda am 30.3. haben wir am darauffolgenden Tag unser „Clubhouse on Wheels“ wieder in Bewegung gesetzt. Ja, weiter nach Norden. Ja, auf dem Weg nach Lettland.

Doch bevor wir uns in Riga für zwei Tage heimisch machen, wollten wir nochmals Campen der anderen Art ausprobieren: direkt am Meer. Also sind wir von Klaipėda entlang der Küste nach Kolka gecruist – langsam und gemächlich.

Weniger aus freien Stücken, mehr aufgrund der Straßenverhältnisse. Keine Autobahn, aber bis auf rund 10 Kilometer durchaus gut fahrbar. Unser HYMER hatte damit jedenfalls kein Problem. Ziel war der Campingplatz in Melnsils.

Für Miss Maisel und Lenny konnte diese Erfahrung gar nicht früh genug kommen. Platz zum Toben gab es bisher immer – aber das Meer ist dann doch eine andere Kategorie. Auf gewisse Begleiterscheinungen hätte man zwar verzichten können – Salz im Fell, nasse Pfoten, dauerhaft schmutzige Hunde – aber die Freude der beiden ist ansteckend. Und relativiert vieles.

Eine Nacht an diesem besonderen Ort. Fast alleine. Absolute Ruhe. Ein Highlight: das kleine Saunahäuschen, das mit Holz beheizt werden musste. Zusatzkosten für fünf Stunden Heizen: 60 Euro. Um ehrlich zu sein: sportlich. Aber in diesem Moment auch egal. Entspannung pur. Das Rauschen der Ostsee, völlige Stille, kein Mensch weit und breit.

Man darf nicht vergessen: Vorsaison. Nicht nur im Golf, sondern auch beim Camping.

Und genau darum geht es beim Northern Swing: eine andere Golfreise. Andere Plätze. Andere Erfahrungen.

Nach einer frostigen Nacht ging es weiter nach Riga. Dort hatten wir uns bereits beim OZO Golf Club angekündigt. Und ehrlicherweise sehnten wir uns nach ein wenig mehr „Annehmlichkeiten“ on the road. Eine Waschmaschine. Eine Dusche, die größer ist als jene – wenn auch völlig ausreichende – in unserem Clubhouse on Wheels.

Die Wahl fiel auf „Camping Yachts Riga“. Klingt vielversprechend. Was soll da schon schiefgehen? Vorab hatten wir telefonisch abgeklärt, ob alle Annehmlichkeiten wie auf der Website beschrieben vorhanden sind. Die Antworten: klar und deutlich – ja.

Die Realität bei unserer Ankunft am 1. April 2026: sagen wir es diplomatisch – überraschend.

Optisch erinnerte vieles eher an Industrieruinen als an ein luxuriöses Camping-Erlebnis. Spätestens beim ersten, leicht verrosteten Schild mit der Aufschrift „Camping Yachts“ war klar: Die Erwartungshaltung muss neu kalibriert werden.

Am Boden der Realität angekommen – ohne Waschmaschine und ohne großzügige Duschen – war man zumindest froh, dass das Wasser rund um die Uhr heiß war. Nun ja. Glücklicherweise haben wir ja alles dabei, was wir brauchen. Und: Die Aussicht auf Riga und die gewisse „Industrieromantik“ hatten durchaus ihren eigenen Charme.

Am nächsten Tag meldete sich das Golffieber zurück. Und diesmal mit besseren Voraussetzungen: Sonne. Der OZO Golf Club zeigte sich bereits im Vorfeld äußerst gastfreundlich und konnte es kaum erwarten, SimplyGOLF willkommen zu heißen.

Die Lage des Clubs ist ideal. Vom Zentrum Rigas erreicht man ihn in etwa 20 bis 30 Minuten. Trotz der Nähe zur Stadtautobahn bleibt die Geräuschkulisse während der Runde überraschend dezent. Nur auf wenigen Löchern ist der Verkehr überhaupt wahrnehmbar.

Clubhouse on wheels: Riga

Im Clubhaus angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Innen: modern, stilvoll, effizient. Und der Blick vom Restaurant auf den Platz? Fantastisch. Der erste Eindruck des Platzes war positiv.

Trotz der kalten Temperaturen – am Morgen zeigte das Thermometer minus 3°C – waren zumindest die hinteren neun Löcher spielbar.

Und die Spielbahnen selbst, präsentierten sich vegetativ in einem deutlich besseren Zustand als noch wenige Tage zuvor in Klaipėda. Saftigere und schnellere Grüns und gute Fairways.

Was aber sofort auffiel: Wasser. Viel Wasser. Sehr viel Wasser.

Dieser Platz verlangt Präzision. Und würde sie auch belohnen.

Fast wäre eine wirklich starke Runde gelungen – trotz der Tatsache, dass Präzision nicht unbedingt mein zweiter Vorname ist. Bis Loch 16 lief alles erstaunlich stabil. Dann: zwei Doppelbogeys auf 17 und 18. Nicht die schwierigsten Löcher – aber das hat bekanntlich noch niemanden davon abgehalten, genau dort “Fehlleistungen” zu produzieren.

Endergebnis: 5 über Par. Durchaus akzeptabel.

Der Kaffee danach und das Gespräch mit dem Clubmanager machten sofort Lust auf mehr. Aber dann im Sommer. Unter perfekten Bedingungen. Was im Clubhaus sofort ins Auge sticht, ist die coole und kreative Inszenierung der Hole-in-Ones – bemerkenswert.

Den Abend ließen wir in Riga ausklingen – im „Fabrikas Restorāns“, Balasta Dambis 70. Eine klare Empfehlung: baltische Küche mit modernem, europäischem Twist.

Was bleibt? Sonne. Ein wirklich lässiger Golfplatz, der sich hervorragend in die Landschaft einfügt. Und die nächste große Frage: Welcher Platz wartet als nächstes auf uns in Estland vor allem bei diesen Wettervorhersagen?

Aber das ist eine andere Geschichte.

Euer SimplyGOLF-Team | Bernhard, Hanna, Miss Maisel & Lenny

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